04.08.2018

Leserbrief

Selbst ein Teil des Problems

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Zu: Eine Milliarde Soforthilfe für die Landwirtschaft
Wohl jeder Mensch freut sich über gute Ernten in der Landwirtschaft. Das alles kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die heutige Landwirtschaft selbst Teil des Problems Klimawandel ist.
Um nur einen Vergleichsfall zu benennen: In einem Nest mit dem bezeichnenden Namen „Hahnennest“ propagierten Bauern einen 1000-Kühe-Stall. Betrachtet man die ostdeutschen Landwirtschaftsformen, so wird einem vollends übel. Vernunft in der Landwirtschaft scheint ein Fremdwort für diese zu sein.
Nun die Frage nach den Hauptverantwortlichen. In der Kürze: 1. die EU-Landwirtschaftspolitik; 2. die der nationalen Regierungen und 3. die der Bauernverbände mit ihren Funktionären.
Das Schlimmste daran ist, dass sich der einzelne Landwirt widerspruchslos in das Geschwätz der Bauernfunktionäre ein- und unterordnen lässt. Und gerade von letzter Stelle kommt nicht selten blanker Unsinn.
Sprüche wie „Wir machen euch satt“ erinnern nur daran, dass diese Zeitgenossen jeder Vernunft fern sind. Anknüpfend an ihr Wahlverhalten hin zur „christlichen“ Partei, dass sie letztlich Gott aus ihrem Leben vollends ausgeblendet haben.
In einem Kirchenlied findet sich der Satz: „Mit unserer Macht ist nichts getan“. Wie wahr dieser Satz ist, können die Bauern dieses Jahr hautnah erleben. Auf die Idee „Wir machen Regen“, darauf sind die Bauernfunktionäre bislang allerdings noch nicht gekommen.
Doch dafür haben sie sich bereits eine andere Krücke ausgesucht: Eine Milliarde Euro vom Staat als Soforthilfe. Das Bemerkenswerte an dieser Forderung ist die Tatsache, dass ein konkreter Schadensumfang noch gar nicht berechnet werden kann. Nichtsdestotrotz, die Bauernfunktionäre krakeelen ins Blaue hinein Zahlen, von denen sie keine Ahnung haben.
Ein Drittes: Bei den Bauern gibt es an jeder Ecke „Präsidenten“. Angefangen beim Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes über „Schweinepräsidenten“ bis hin zur „Landfrauenpräsidentin“. Alles selbstlos oder gegen großzügige „Aufwandsentschädigung“? Von einem dieser Zeitgenossen weiß man allerdings, dass er zu seiner Bundestagstätigkeit noch 242 000 Euro Nebeneinkünfte verbuchen kann.
Ein Viertes: Auf die Idee, von den sie sonst so großzügig fördernden Chemieunternehmen eine „Soforthilfe“ einzufordern, sind die Funktionäre (wohl aus gutem Grund) bislang nicht gekommen. Besser und einfacher: Der Steuerzahler soll's richten.
Das ist das Bauerneinmaleins in seiner wenig durchdachten Form. Da kaum vertrauensbildend, allenfalls bauernschlau.
Albrecht W. Maier
Marktstraße
Winterlingen

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