Geringes Risiko von Ausschreitungen

Balingen, 07.08.2018

Balingen gegen Hoffenheim: Geringes Risiko von Ausschreitungen

Am Mittwochabend erwartet die TSG Balingen zum Start in die Englische Woche die U23 aus Hoffenheim. Eine Partie ohne besondere Auflagen – doch die Verantwortlichen planen bereits die Risikospiele.

Beim SSV Ulm 1846 war für die TSG Balingen am zweiten Regionalliga-Spieltag nichts zu holen. Mit 0:2 unterlag die Mannschaft von Trainer Ralf Volkwein den Spatzen, welche sich damit an die Tabellenspitze spielten.

Die erste Regionalliga-Niederlage musste die TSG Balingen (rechts Stefan Vogler) gegen SSV Ulm einstecken. Nun kommt morgen (19 Uhr) die TSG 1899 Hoffenheim 2 in die Bizerba-Arena.
Die erste Regionalliga-Niederlage musste die TSG Balingen (rechts Stefan Vogler) gegen SSV Ulm einstecken. Nun kommt morgen (19 Uhr) die TSG 1899 Hoffenheim 2 in die Bizerba-Arena. Foto: Moschkon

Schon am Mittwoch (19 Uhr) geht’s für den Tabellenachten weiter, wenn die U23 der TSG 1899 Hoffenheim anreist – wieder eine zweite Mannschaft also. Zum Regionalliga-Auftakt gegen das Perspektivteam vom FSV Mainz 05 (2:0) gestaltete der Andrang sich noch überschaubar, 1350 Besucher kamen in die Bizerba-Arena. Dass trotz neuer Liga kein Zuschauerrekord aufgestellt werden würde, darüber waren sich die Kreisstädter im Klaren. Traditionell bringen zweite Mannschaften kaum Fans mit, wobei die Mainzer in einer vergleichbaren Rangliste der Vorsaison noch den Bestwert aller U23-Teams erreichten: mit durchschnittlich 880 Besuchern pro Heimspiel. Hoffenheim (400) belegte 2017/18 in dieser Statistik vor Freiburgs U23 (350) den vorletzten Platz.

Warum also fordert die Regionalliga Südwest GbR von der TSG, das Stadion zu „ertüchtigen“, sprich: Regionalligatauglich zu machen? Wegen der Sicherheitsspiele, wenn Klubs mit potenziell vielen und vereinzelt auch gewaltbereiten Fans „auswärts fahren“. Die ersten derselben kommen auf die Eyachstädter wohl gegen den FSV Frankfurt (18. August, 14 Uhr) und gegen Meister 1. FC Saarbrücken (2. September, 14 Uhr) zu.

Weil die Balinger die geforderten Baumaßnahmen dann wohl noch nicht abgeschlossen haben werden, steht noch immer ein Ausweichen nach Reutlingen im Raum. Ralph Conzelmann, Stellvertretender Abteilungsleiter, spricht im Falle einer Ver?legung an die Kreuzeiche von finanziellen Einbußen – und auch einem Imageverlust. Uwe Haußmann ist guter Dinge, dass die Balinger die beiden Spiele mit einer improvisierten Lösung in der Eyachstadt austragen könnten. „Wir würden es mit mehr Sicherheitskräften und Polizei versuchen“, sagt der Abteilungsleiter. Seine Begründung: „Ich schätze das Risiko von Ausschreitungen in Balingen als sehr gering ein.“

Am Beispiel der vormaligen Aufsteiger Bahlinger SC und SV Spielberg – die beide längst wieder aus der Regionalliga abgestiegen sind, vom Umfeld und Stadion aber mit der TSG vergleichbar sind und bei Risikospielen zuweilen flexible Lösungen hinbekommen hatten – wisse man, dass es nur gefährlich werden könne, wenn Ultras auf Ultras träfen. „Wir bieten keinen Gegenpol“, sagt Haußmann. „Wir nehmen die Thematik sehr ernst, suchen vor und nach jedem Spiel das Gespräch mit der Polizei.“

Man sollte mit dem nötigen Respekt an die Sache herangehen, allerdings nicht schon im Vorfeld die Fans der Gegner „schlechtreden“, sagt Geschäftsführer Fabian Fecker. „Wir hatten in der Vergangenheit immer gute Erfahrungen mit Traditionsmannschaften.“ Auch als Waldhof Mannheim in der Oberliga-Saison 2010/11 im damaligen Au-Stadion spielte, blieb es friedlich. Eben Waldhof-Anhänger hatte aber in der Aufstiegsrelegation gegen den KFC Uerdingen mit Krawallen für Aufsehen gesorgt – die Folge: ein Spielabbruch, eine 40 000-Euro- Geldstrafe und drei Punkte Abzug. Gleichwohl dürften die Aufstiegsspiele mit der Partie in Balingen nicht zu vergleichen sein. Was zähle, meint Fecker: der Dialog mit den gegnerischen Klubs und den Behörden. Diese nämlich nehmen am Ende des Tages die sicherheitsrelevante Einstufung vor.

 

Hoffenheims U23 kommt mit zwei Niederlagen im Gepäck

Nach der Mainzer U23 gastiert am Mittwoch (19 Uhr) wieder eine Bundesliga-Reserve in Balingen. Diesmal kommt die zweite Garde der TSG 1899 Hoffenheim – und zwar mit zwei Auftakt-Niederlagen im Gepäck (Karten für das Spiel gibt es auch in den ZAK-Geschäftsstellen). Die Kraichgauer unterlagen am ersten Spieltag dem TSV Steinbach mit 1:2 und zogen eine knappe Woche später mit dem gleichen Ergebnis gegen Meisterschaftskandidat Waldhof Mannheim den Kürzeren. „Das sind zwei richtig gute Mannschaften, die große Ambitionen haben“, relativierte Hoffenheims Coach Marco Wildersinn die Pleiten. Nun sollen gegen den Aufsteiger aus der Kreisstadt die ersten drei Punkte her. Dass dies in der Bizerba-Arena nicht einfach ist, erfuhr zum Saisonauftakt bereits die U23 des FSV Mainz 05. Die bekam beim 0:2 die Robustheit der Eyachstädter in den Zweikämpfen und auch die Stärke bei Standardsituationen zu spüren. Beim 0:2 gegen den SSV Ulm war es allerdings ausgerechnet ein Eckball, der die Elf von TSG-Trainer Ralf Volkwein ins Hintertreffen geraten ließ. Ardian Morina kam mit viel Anlauf und wuchtete den Ball per Kopf zur 1:0-Führung in die Maschen. Nico Gutjahr machte noch vor der Pause das 2:0. Trotz einer besseren zweiten Hälfte gelang Balingen nicht der Anschlusstreffer. mz

SSV Ulm vor Spitzenspiel

Balingen. Während die TSG Balingen erst am Mittwoch (19 Uhr, Bizerba-Arena) gegen die TSG Hoffenheim U23 gefordert ist, müssen die übrigen Teams der Regionalliga Südwest bereits am Dienstagabend ran. Unter anderem gastiert im Spitzenspiel Balingen-Bezwinger und Tabellenführer SSV Ulm beim mit sechs Zählern punktgleichen FK Pirmasens. Der Ex-Balinger Jan Ferdinand empfängt im Trikot des VfB Stuttgart 2 Titelmitfavorit Waldhof Mannheim. mz

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