08.08.2018

Leserbrief

Das ist kein Einzelfall

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Zu: Leserbrief „Wo beginnt eine Bedrohung“ von Bernhard Diener
Der Fall von Herrn Diener zeigt einmal mehr die Missstände bei der Polizei im Zollernalbkreis und Regierungsbezirk Tuttlingen auf. Mir scheint, als würden die Beamten mehr auf ihre Rechte achten als auf die Pflichten, die sie als Staatsdiener haben. Auch ich kann von mehreren Fällen berichten, wo die Polizei den Bürger im Stich lässt, belügt oder gar verbal angreift. Ich rief selbst einmal die 110 an und meldete eine komische Situation mit Jugendlichen, die ich beobachtet hatte. Als die Situation mir zu extrem wurde, begab ich mich zu den Jugendlichen. Ich ließ mir die Situation schildern und sagte ihnen, dass die Polizei auf dem Weg sei.
Doch als nach einer gefühlten Ewigkeit immer noch kein Streifenwagen kam, rief ich nochmals die 110 an. Der Beamte sagte mir auf meine Nachfrage, wo die Polizisten blieben, dass die Kollegen schon vor Ort gewesen seien. Dies konnte ich mit hundertprozentiger Sicherheit ausschließen, da ich die ganze Zeit in Sichtweite, später sogar bei den Jugendlichen stand. Auf die Frage, wo die Kollegen gewesen seien, nannte mir der Beamte einen ganz anderen Ort, welcher weder mit meiner Adresse noch mit meiner Ortsbeschreibung was zu tun hatte.
Ich fragte den Beamten, ob er mich „verarschen“ wolle und sagte ihm, dass ich umgehend einen Streifenwagen möchte. Dieser kam dann auch nach einiger Zeit und ich schilderte den Beamten meinen Sachverhalt.
Diese kümmerten sich dann sofort und sorgfältig um diesen. Am Ende stellte sich heraus, dass junge Männer, einer davon volljährig, zwei minderjährigen Mädchen Alkohol gekauft und gegeben hatten. Die Mädchen hatten beide über ein Promille Alkohol beim Atemalkoholtest. Die beiden Jungen konnten sich nicht ausweisen und die beiden Mädchen belogen die Beamten auch noch, da sie sich als Geschwister ausgaben.
Es scheint also einige Polizisten zu geben, die ihren Beruf nicht so ernst nehmen, die Vorbildfunktion nicht kennen oder nur ihre Stellung im Staat ausnutzen.
Ich hoffe sehr, dass dieses Thema viel mehr in der Öffentlichkeit diskutiert wird und eine schnelle Abhilfe vonseiten der Politik kommt. Bevor die Bürger immer mehr das Vertrauen in den Staat, das System mit seinen Beamten und den Volksvertretern verliert.
Thomas Weigell
Waldstetter Straße 17, Balingen

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