Grischa Ludwig

Tryon, 13.09.2018

Weltreiterspiele: Schumacher und Ludwig schreiben Geschichte

Zum ersten Mal holten die deutschen Westernreiter in der Disziplin Reining eine Medaille. Das Team um die Bitzer Julia Schumacher und Grischa Ludwig gewann im Mannschaftswettbewerb Bronze.

Eine Premiere in mehrfacher Hinsicht gab es Mittwochnacht  bei den Weltreiterspielen in Tryon (USA). Die deutschen Westernreiter gewannen im Teamwettbewerb der Disziplin Reining mit 666,5 Punkten erstmals eine Medaille. Die Mannschaft, zu der auch  Grischa Ludwig und Julia Schumacher vom Schwantelhof in Bitz gehören, holte hinter den USA und Belgien Bronze. Für Schumacher war es zudem der erste Auftritt bei den Weltreiterspielen überhaupt.

Grischa Ludwig
Grischa Ludwig Foto: Arno Fuhrmann/Archiv

„Wir sind unfassbar glücklich!“, sagte der deutsche Equipechef André Zschau nach dem ersten Edelmetall in der Geschichte des deutschen Reining-Teams. Für die Reiner (Pferdesportler der Disziplin Reining) sind die Weltreiterspiele so etwas wie die Olympischen Spiele, da die Western-Dressur nicht bei Olympia vertreten ist. Eine Medaille blieb den Deutschen bisher verwehrt, oft schrammten sie nur knapp daran vorbei. Nun hat es endlich geklappt.   

Bis es soweit war, musste das deutsche Quartett allerdings Nerven beweisen. Bis fast zum letzten der insgesamt 63 Teilnehmer aus 18 Nationen war noch offen, ob es dieses Mal fürs Treppchen reicht. Der Österreicher Rudi Kronsteiner hätte der Mannschaft um Bundestrainer Nico Hörmann um ein Haar noch einen Strich durch die Rechnung gemacht.  Seine 225 Punkte reichten jedoch nicht, um Deutschland noch vom Podest zu stoßen.

„Ich konnte ihn mir nicht angucken. Ich war unfassbar nervös und musste aus der Halle rausgehen“, beschreibt Zschau die letzten Minuten vor der endgültigen Entscheidung. „Wir haben seinen Ritt letztlich im Stall auf dem Handy geguckt, haben gefiebert und gefiebert, gerechnet und gerechnet. 2002 waren wir erstmals bei Weltreiterspielen dabei, jetzt haben wir endlich die Medaille geholt“.

Julia Schumacher
Julia Schumacher Foto: Arno Fuhrmann/Archiv

Den Grundstein für Bronze legte der Bitzer Grischa Ludwig mit seiner Stute „Ruf Lil Diamond“. Der 44-Jährige ist er der Erfahrenste im deutschen Team, für ihn sind es die fünften Weltreiterspiele.  Mit 223,5 Punkten erzielte Ludwig und erzielte den höchsten Score der deutschen Equipe. „Meine Diamond war heute ein bisschen müde, sie ist das Wetter hier halt nicht gewöhnt. Es war ihr sehr warm. Aber sie ist immer ein Verlasspferd, hat alles gegeben“, sagte er. Für das Einzelfinale, für das er sich mit seinem siebten Platz direkt qualifiziert hat, sieht der Bitzer allerdings noch Verbesserungspotenzial: „Der letzte Stopp war nur semi-ideal, nicht so, wie sie es eigentlich kann und auch das Rückwärtsrichten geht noch besser.“

Nachdem die erste Riege durch war, führte Deutschland zusammen mit den USA punktgleich die Rangliste an. Nach Markus Süchting (222 Punkten) und  Robin Schoeller  (220) hielten das Team im Rennen um die vorderen Plätze.  Gold hatte nach drei Durchgängen Gastgeber USA schon sicher, dahinter wurde noch um die restlichen beiden Medaillen gestritten.  Mit einem Score von 226,5 brachte der belgische Schlussreiter Bernard Fonck mit „What a Wave“ seine Mannschaft auf die Silberposition.

Um den Belgiern Rang zwei noch abzuluchsen hätte Julia Schumacher mit ihrem Hengst „Coeurs Little Tyke“ dieselbe Punktzahl erreichen müssen. Das Duo bekam von der Jury für ihren Ritt aber weniger Zähler, nämlich 221 Punkte. „Ich war mit meinem Ritt sehr zufrieden, ehrlich gestanden hätte ich gedacht, mein Score ist ein bisschen höher“, sagte Schumacher. In der Einzelwertung belegte sie damit Platz 14. Somit hat sich die Co-Trainerin von Grischa Ludwig ebenfalls für das Einzelfinale qualifiziert.

Dieses wird in der Nacht von Samstag auf Sonntag (24 bis 2.50 Uhr mitteleuropäischer Zeit) ausgetragen. Während Schumacher bei ihren ersten Weltreiterspielen mit einer guten Leistung ihrerseits  zufrieden wäre, strebt ihr Chef Ludwig eine Medaille an. In der Normandie verpasste der 44-Jährige vor vier Jahren das Podest nur um einen Zähler.    

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