Eine Feier mit nachdenklichen Tönen

Balingen, 18.09.2018

Eine Feier mit nachdenklichen Tönen

Die Balinger Tafel bringt seit zehn Jahren Mangel und Überfluss zusammen.

von Maya Maser  

Eine Feier, die einen nachdenklichen Unterton hatte: Zum einen freuen sich die Beteiligten der Balinger Tafel, dass sie es seit zehn Jahren schaffen, Menschen in Not erfolgreich zu helfen. Zum anderen, und das wurde auch in den Reden am Samstag oft bekundet, sei man traurig darüber, dass ihre Hilfe in der heutigen Zeit überhaupt noch benötigt werde.

Zehn Jahre Balinger Tafel – am Samstag wurden die geehrt, die der Armut mit ihrer Arbeit etwas entgegensetzen.
Zehn Jahre Balinger Tafel – am Samstag wurden die geehrt, die der Armut mit ihrer Arbeit etwas entgegensetzen. Foto: Maya Maser

„Was feiern wir heute? Dass in einem der reichsten Länder der Welt immer noch Armut herrscht? Nein, das ist kein Grund zu feiern. Wir feiern heute lieber die Menschen, die dieser Armut etwas entgegensetzten wollen“, fasste es die evangelische Pfarrerin Birgit Wurster in ihrer Begrüßungsrede passend zusammen.

Am Samstag wurde das katholische Gemeindehaus schön geschmückt. Ein Buffet wurde hergerichtet, es wurde Sekt ausgeschenkt. Man wolle damit auch mal was für die Mitarbeiter tun, verriet die zweite Vorsitzende des Fördervereins, Nathalie Hahn. „Trotzdem wollte mancher Mitarbeiter nicht zu unserer Feier kommen, da sie Geld kostet“, verriet Hahn. Dennoch lag eine feierliche Stimmung in der Luft.

In der Andacht des katholischen Pfarrers Wolfgang Braun drehte sich alles um das Thema Nächstenliebe. Die Frage sei doch: Wer ist überhaupt mein Nächster? Die Antwort könne man sich leicht selbst geben: „Ich beeinflusse, wer mein Nächster ist oder wird“, so Pfarrer Braun. Dafür brauche es aber Offenheit, eine gesunde Portion Mitleid und Gespür. Die Mitarbeiter der Balinger Tafel hätten genau diese Eigenschaften, betonte der Geistliche.

Dekan Beatus Widmann verglich die Tafel mit dem magischen Dreieck des VfBs. Nur, dass hier die evangelische Kirchengemeinde, die katholische Kirchengemeinde und der Förderverein die starke Dreiheit bilden würden. Dies sei zwar nicht immer so gewesen, doch seit einigen Jahren seien die drei Parteien eine Erfolgsgeschichte, so der Dekan in seiner Rede.

Bürgermeister Reinhold Schäfer sprach seinen Respekt vor allem dafür aus, dass es die Tafel schaffe, Mangel und Überfluss zusammenzubringen. Im Namen des Oberbürgermeisters, des Gemeinderats und der gesamten Stadt wolle er vor allem eins zum Ausdruck bringen: Dankbarkeit.

Auch Balingens ehemalige evangelische Pfarrerin Kristina Reichle war extra zur Feier angereist. Sie war vor zehn Jahren die Initiatorin der Tafel. Dementsprechend konnte sie in ihrer Rede einige lustige, aber auch traurige Begebenheiten erzählen.

Zu guter Letzt richteten auch die beiden Vorsitzenden des Fördervereins, Nathalie Hahn und Peter Blechmann, einige Worte an die Feiernden. Gemeinsam ehrten sie sieben langjährige Mitarbeiter der Tafel.

Für jeden von ihnen schrieb Hahn einen kleinen persönlichen Text. „Danke, dass ihr den Gedanken der Balinger Tafel mit uns, und in die Gesellschaft tragt“, schloss Hahn die Rede ab.

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