Souveräne Schwaben korrigieren Stolperstart
Foto: Moschkon

04.10.2018

HBW: Souveräne Schwaben korrigieren Stolperstart

Die „Gallier von der Alb“ marschieren weiter in Liga zwei. Mit 31:20 besiegte das Team von Trainer Jens Bürkle am Mittwoch die Wölfe aus Rimpar. Zeit zum Durchzuatmen bleibt den Balingern nicht. Bereits am Sonntag geht der HBW in Dessau auf die Platte. Mit Fotostrecke.

von Marcus Arndt  

Die Balinger Bilanz stimmt wieder. Die Kreisstädter haben den Stolperstart korrigiert – und liegen nach 7:1 Zählern wieder in Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen. Überragend gegen Rimpar: Tim Nothdurft mit acht Treffern.

Eindrucksvoll hat der Balinger Ex-Bundesligist (im Bild Romas Kirveliavicius) seine Heimbilanz saisonübergreifend auf elf Siege in Serie ausgebaut. Gestern Abend besiegte der HBW die Wölfe aus Rimpar mit 31:20.
Eindrucksvoll hat der Balinger Ex-Bundesligist (im Bild Romas Kirveliavicius) seine Heimbilanz saisonübergreifend auf elf Siege in Serie ausgebaut. Gestern Abend besiegte der HBW die Wölfe aus Rimpar mit 31:20. Foto: Moschkon

„Wir wollen unsere Serie fortsetzen“, hatte der Balinger Kommandogeber die Marschroute vor dem Doppelpack gegen die Unter-franken und den Dessau-Roßlauer HV vorgeben, „nach dem Sieg in Lingen haben wir die Riesenchance, oben reinzurutschen.“ Diese nutzte der HBW gestern, setzte sich nach anfänglichen Schwierigkeiten gegen das Wolfsrudel ungefährdet durch.

Die abstiegsbedrohte DJK investierte in den Anfangsminuten zweifelsohne mehr, setzte in der Abwehr erste Akzente. Auf der Gegenseite netzte der Ex-Balinger Benedikt Brielmeier aus zehn Metern, während sich die Schwaben in der Offensive zunächst schwer taten. Vom Kreis traf Marcel Niemeyer zum 1:1 (3. Minute), handelte sich aber nur Sekunden später die erste Zeitstrafe ein. Brielmeier konservierte in Überzahl den knappen Wölfe-Vorsprung. Es blieb ein unglaublich intensives Duell – mit nun leichten Vorteilen für den Ex-Erstligisten. Tim Nothdurft egalisierte zum 3:3 (6.), doch abermals legte die Obinger-Truppe vor. Die präsentierte sich unaufgeregt und abgeklärt. „Es macht für sie eigentlich keinen Unterschied, ob sie daheim oder auswärts spielen“, sagt Bürkle über seinen früheren Arbeitgeber. Und genauso traten die Wölfe in Balingen auch auf. Sie machten mächtig Druck – und doch war Coach Matthias Obinger nicht zufrieden, zückte die grüne Karte. Erfolgreich justierte er nach, doch die Protagonisten auf der Platte scheiterten in dieser Phase immer wieder an Balingens Keeper Tomas Mrkva.

Nach 16 Minuten fiel schließlich die erste Führung der Schwaben: Nothdurft veredelte einen Konter mit dem 6:5. Mrkva wurde nun immer mehr zum Faktor, krallte sich auch den nächsten Wölfe-Wurf. Doch auch sein Gegenüber Max Brustmann war zwischen den Pfosten auf dem Posten – und es blieb eine ganz enge Kiste. Patrick Schmidt machte richtig Alarm, egalisierte aus zehn Metern (6:6/ 19.). Bürkle reagierte, bat zur Extrabesprechung an die Seitenlinie. Ein Doppelpack von Routinier Romas Kirveliavicius brachte schließlich die nötige Sicherheit für die „Gallier von der Alb“, welche nach einer strittigen Zeitstrafe gegen den Österreicher wieder in Bedrängnis kamen. Die Schwaben überstanden jedoch diese kritischen Momente unbeschadet, bauten den Vorsprung sogar aus: auf 12:8 (26.). Rimpar fand nun nicht mehr statt, zog die nächsten Fahrkarten und fiel zur Pause deutlich zurück: mit 8:14.

Die Kreisstädter drängten nach dem Seitenwechsel auf die Vorentscheidung, ließen jedoch einige gute Möglichkeiten liegen. Die Abwehr stand allerdings und die Angriffe über die erste und zweite Welle rollten. Vergeblich mühte sich Benjamin Herth an alter Wirkungsstätte als Motivator. Rimpar hatte dem HBW nichts mehr entgegenzusetzen. Kirveliavicius und Gregor Thomann erhöhten auf 18:9 (34.) – allein Brustmann verhinderte ein Debakel für die Unterfranken, welche mit der kurzen Bank zunehmend große Probleme bekamen. Bürkle nutzte seine personellen Alternativen konsequent – und der HBW machte es schließlich zweistellig: beim 24:14 nach 47 Minuten. Am Ende hieß es 31:20. „Jeder hat gebrannt“, bilanziert Balingens Kapitän Martin Strobel, „nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der offensiven DJK-Abwehr haben wir das Spiel mit einer super Abwehr und einer starkem Torhüter gedreht.“

Bereits am Sonntagnachmittag sind die Schwaben in Dessau gefordert. „Keine einfache Aufgabe“, warnt Bürkle vor dem Tabellen-17. Trotz der Negativserie der Biber, die gestern mit 24:28 in Hamm verloren haben, erwartet der Sportwissenschaftler „einen unbequemen Gegner“.

 

HBW Balingen-Weilstetten – DJK Rimpar: Teams & Tore

HBW Balingen-Weilstetten: Mrkva (1. – 45., 14 Gegentore/10 Paraden), Baumeister (ab 45., 6/3); Nothdurft (8), Oliveira (4), G. Thomann (4/3), Schoch (3), Kirveliavicius (3), Gretarsson (3/3), Niemeyer (2), Strobel (1), Flohr (1), Zobel (1), Hausmann (1), Friedrich, L. Saueressig, Foth (n. e.).

DJK Rimpar Wölfe: Brustmann (1. – 60., 29 Gegentore/10 Paraden), Wieser (bei zwei Siebenmetern, 2/0); Siegler (5), Herth (4/1), Kaufmann (4), Gempp (2), Schmidt (2), Brielmeier (2), Böhm (1), Karle, Bauer, Schulz, Backs, Sauer.

Schiedsrichter: Fedtke/ Wienrich (beide Berlin).

Zuschauer: 2029.

Spielfilm: 2:3 (5.), 3:4, 5:5, 6:5 (16.), 7:6, 9:7, 12:8 (26.), 14:8 – 16:9 (32.), 18:10, 20:12, 23:14 (45.), 25:15, 27:16, 29:19 (56.), 31:20.

Zeitstrafen: 4:8 Minuten (Niemeyer, Kirveliavicius – Schulz, Backs, Gempp, Bauer).

Siebenmeter: 8/6:1/1 (Gretarsson scheitert an Brustmann/10., G. Thomann scheitert an Wieser/36.).

Nächstes Spiel: Dessau-Roßlauer HV – HBW Balingen-Weilstetten (7. Oktober, 17 Uhr, Anhalt-Arena Dessau).ar

 

Coburg übernimmt Tabellenführung

Balingen. Wie der HBW Balingen-Weilstetten (31:20-Erfolg gegen Rimpar) hat auch Coburg einen Heimsieg eingefahren. Der HSC 2000 bezwang den Wilhemshavener HV mit 35:31 und übernahm damit die Tabellenführung von TUSEM Essen, der bis dato eine Partie mehr absolviert hatte. Hinter Coburg und dem Altmeister rangiert der TuS Ferndorf. Der Aufsteiger setzte sich gegen den HC Elbflorenz in heimischer Halle knapp mit 23:21 durch. mz

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