Gebrauchter Tag für den Branchenneuling
Foto: Moschkon

Balingen, 08.10.2018

Gebrauchter Tag für den Branchenneuling

Der FK Pirmasens beendete die Balinger Heimserie. Ein herber Rückschlag für die Kreisstädter, welche ihr Potenzial nur phasenweise auf den Platz brachten, „als Mannschaft nicht funktionierten“, wie es Ralf Volkwein formulierte. Mit Fotostrecke.

von Marcus Arndt  

Es war ein gebrauchter Tag für die Schwaben. Drei Tage nach dem Pokal-Aus in Albstadt kassierte die TSG in der Fußball-Regionalliga Südwest eine empfindliche 0:3-Heimpleite – und rutschte in der Tabelle weiter ab.

Erstmals in der Regionalliga musste sich die TSG Balingen vor heimischer Kulisse geschlagen geben. Mit 0:3 zogen die Kreisstädter gegen Pirmasens klar den Kürzeren.
Erstmals in der Regionalliga musste sich die TSG Balingen vor heimischer Kulisse geschlagen geben. Mit 0:3 zogen die Kreisstädter gegen Pirmasens klar den Kürzeren. Foto: Moschkon

Gegenüber der Balinger Blamage im Achtelfinale um den württembergischen Verbandspokal baute der TSG-Kommandogeber seine Startelf gegen Mitaufsteiger FK 03 Pirmasens auf sechs Positionen um, setzte auf seine nominell stärkste Formation.

Das 0:3 in Albstadt wirkte bei den Kreisstädtern noch nach. Bereits nach 23 Sekunden kombinierten sich die Pfälzer über die starke rechte Seite durch, doch Salif Cisse passte zu unpräzise in die Box. „Die Klub“ blieb auch in der Folge am Drücker. TSG-Kapitän Manuel Pflumm rutschte an der Mittellinie am Ball vorbei, doch die Gäste spielten den Konter nicht konsequent zu Ende (2. Minute).

„Da kann es schon 0:2 stehen“, räumte Volkwein unumwunden ein, „erst danach kommen wir besser ins Spiel.“ Für den ersten Aufreger vor dem gegnerischen Kasten sorgte Stefan Vogler. Der 28-Jährige versuchte es von der Strafraumgrenze, FK-Keeper Benjamin Reitz parierte problemlos (5.). Auch eine Doppelchance von Vogler und Fabian Kurth in der achten Minute verpuffte, doch die Rot-Schwarzen waren nun präsenter in den Zweikämpfen und ballsicherer im Spiel nach vorne. Kaan Akkaya hatte die Balinger Führung auf dem Fuß, scheiterte aber am starken Reitz (10.). Zweifelsohne generierte die Volkwein-Elf in dieser Phase die besseren Szenen, war aber im Abschluss nicht konsequent genug. „Das ist auch eine Frage der Qualität“, sagte der TSG-Trainer, „die ganz klaren Chancen habe ich nicht gesehen . . .“

Diese besaßen ohne Zweifel die Pirmasenser. Glück für Balingen, dass Patrick Freyer – exzellent von Cisse bedient – nur das Außennetz traf (24.). Christopher Ludy nutzte schließlich eine kurzzeitige Orientierungslosigkeit der Balinger Defensivabteilung, netzte zum 0:1 (27.). Nach dem Rückstand fanden die Kreisstädter nicht mehr statt. Bis zur 34. Minute, als Yannik Osee eine Lauble-Flanke vor Marc Pettenkofer zur Ecke klärte. Kurios: das 0:2 der Gäste (40.). Ein Schreyeck-Freistoß auf Höhe der Mittellinie landete bei Florian Bohnert, der Ludy bediente. Dieser veredelte den Konter flach und präzise – unhaltbar für TSG-Keeper Julian Hauser. Nun wurde es richtig bitter für die Schwaben. Der nächste Ballverlust – diesmal von Sascha Eisele – folgte und Bohnert erhöhte auf 0:3 (44.). „Wir haben das Spiel in der ersten Hälfte weggeworfen“, ärgerte sich Volkwein, „nach zwei katastrophalen Blackouts liegen wir nicht 0:1, sondern 0:3 hinten.“

Nach der Pause das gleiche Bild: die totale Balinger Verunsicherung. Die Pfälzer arbeiten effektiv gegen den Ball, ließen wenig zu und konterten klasse. Auf der Gegenseite scheiterte Pettenkofer (58., 62.) erneut an Reitz, Matthias Schmitz traf nach einem Akkaya-Freistoß nur den Pfosten (66.). Die TSG investierte mehr, hatte wieder lange Ballbesitzzeiten. Wirklich gefährlich waren die Schwaben aber nicht. Symptomatisch für die Abschlussschwäche der TSG: Daniel Seemann erkämpfte sich an der Grundlinie stark das Spielgerät, doch Pettenkofer jagte die Kugel weit drüber (72.). Pech für die Kreisstädter, dass der eingewechselte Cedric Guarino und Adrian Müller in der Schlussphase weitere Möglichkeiten liegen ließen (82., 83.). Es passte ins Bild, dass Pflumm eine Schuon-Ecke völlig frei drüber köpfte (86.). „Wir waren effektiver als der Gegner“, bilanzierte FK-Coach Peter Tretter und sein Gegenüber fügte hinzu: „Wir haben zu viele Fehler gemacht, waren nicht frisch genug. Auch im Kopf nicht.“

TSG Balingen: Hauser; Schreyeck, Lauble, Akkaya (68. Guarino), Vogler (46. Seemann), Schuon, Adrian Müller, Pettenkofer, Manuel Pflumm, Schmitz, Kurth (19. Eisele).

Tore: 0:1, 0:2 Ludy (27., 40.), 0:3 Bohnert (44.).

Schiedsrichter: Michael Kimmeyer (Karlsruhe).

Zuschauer: 1100.

Torflaute beendet: Christopher Ludy (Nummer 25) netzte beim 3:0 des FK 03 Pirmasens in Balingen zweimal. Es waren die ersten beiden Treffer des 25-jährigen Mittelstürmers in dieser Regionalliga-Runde.
Torflaute beendet: Christopher Ludy (Nummer 25) netzte beim 3:0 des FK 03 Pirmasens in Balingen zweimal. Es waren die ersten beiden Treffer des 25-jährigen Mittelstürmers in dieser Regionalliga-Runde. Foto: Moschkon

„Würde gerne ein paar Leuten eine Pause geben“

Verschleißerscheinungen machte Ralf Volkwein bei seiner Mannschaft nach der 0:3-Heimniederlage gegen den FK 03 Pirmasens aus. „Das Wochenspiel hat uns nicht gutgetan“, blickte der Balinger Trainer zurück, „auch mental nicht . . .“ Nach der 0:3-Pleite im württembergischen Verbandspokal beim FC 07 Albstadt zeigten die Kreisstädter in der Liga ungewohnte Schwächen in der Defensive. „Wir haben klare Konterchancen zugelassen“, kritisierte der 45-Jährige den schwachen Start seiner Mannschaft, welche sich in der Folge steigerte, mehr Ballbesitz generierte und einige starke Szenen in der Offensive hatte. Nach dem 0:1 (27. Minute) drängte die TSG auf den Ausgleich und wurde von den Pfälzern ausgekontert. „Unter dem Strich haben wir verdient gewonnen“, bilanzierte FK-Coach Peter Tret-ter, „der Gegner hat zwei Fehler zu viel gemacht.“ Auch Volkwein machte Mängel bei seiner Truppe aus. „Man merkt, dass die Jungs am Limit sind“, gestand er ein, „ich würde gerne ein paar Leuten eine Pause geben.“ Doch die Liga lässt dem Branchenneuling keine Zeit, um durchzuatmen. „Natürlich sind wir nun alle geknickt“, so der 45-Jährige, „aber wir stehen wieder auf und wollen in Offenbach einen Punkt mitnehmen.“ ar

Balinger fordern Waldhof-Besieger

Balingen. Am kommenden Wochenende müssen die Spieler der TSG Balingen wieder vor fremder Kulisse ran. Die Aufgabe am Samstag hat es in sich. Dann bekommen es die Kreisstädter mit den Kickers Offenbach zu tun, die aktuell den sechsten Tabellenplatz einnehmen. Zuletzt hatten die Offenbacher mit dem Sieg über Tabellenführer Waldhof Mannheim für Aufsehen gesorgt. Mit 19 Zählern haben die Offenbacher aber nur fünf Punkte Vorsprung auf Balingen.lb

Südwest-Scorer liegen hinten

Balingen. Mit jeweils sieben Treffern führen Serkan Firat und Jake Hirst aus Offenbach die Torschützenliste der Regionalliga Südwest an, in den anderen Staffeln trafen die Topscorer öfter. Im Norden führen Daniel Franziskus (VfB Lübeck) und Daniel Hanslik (VfL Wolfsburg 2) mit neun Toren, ebenso Dejan Bozik (Chemnitzer FC) im Nordosten und Christopher Kramer (Wuppertaler SV) im Westen. In Bayern dominiert Kwasi Wriedt (Bayern München 2) mit elf Toren.lb

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