Souveräner Erfolg trotz kritischer Phasen

08.10.2018

HBW: Souveräner Erfolg trotz kritischer Phasen

Die Englische Woche lief für den HBW Balingen-Weilstetten absolut nach Plan: Nach den Siegen gegen Nordhorn-Lingen und Rimpar setzte sich der schwäbische Zweitligist am Sonntag auch beim Dessau-Roßlauer HV mit 30:23 durch.

von Tobias Große  

Spätestens jetzt ist das Selbstvertrauen da. Mit 30:23 setzte sich der HBW Balingen-Weilstetten am Sonntag beim Dessau-Roßlauer HV durch und baute damit seine Erfolgsserie auf vier Siege in Folge aus.

Nur 23 Gegentore kassierte der HBW Balingen-Weilstetten gestern beim Dessau-Roßlauer HV – dank einer starken Defensivleistung und der guten Quote von Keeper Tomas Mrkva.
Nur 23 Gegentore kassierte der HBW Balingen-Weilstetten gestern beim Dessau-Roßlauer HV – dank einer starken Defensivleistung und der guten Quote von Keeper Tomas Mrkva. Foto: Storch

Martin Strobel waltete am Sonntagabend seines Amtes. Der Kapitän des HBW Balingen-Weilstetten, war es, der seine Mitspieler nach dem 30:23-Auswärtssieg der „Gallier von der Alb“ beim Dessau-Roßlauer HV zu einem feiernden Kreis zusammenzog. Trotz des letztlich deutlichen Sieges fiel der Jubel sehr ausgelassen aus. „Wir sind sehr glücklich, hier gewonnen zu haben. Dessau ist nie einfach zu spielen“, stellte Trainer Jens Bürkle nach dem Abpfiff klar. Auch diesmal hatte es der DRHV den favorisierten Schwaben nicht leicht gemacht, auch wenn es das Ergebnis anders vermuten lassen könnte. Doch: „Am Ende“, sagte Dessaus Trainer Uwe Jungandreas, „haben wir besser gespielt, als es das Endergebnis aussagt.“

Der Start in die Partie gehörte den „Galliern“. Nach zehn Minuten führte Balingen-Weilstetten mit 4:2, weil die Mannschaft um Strobel einfach konsequenter agierte als Dessau-Roßlau. „Trotz der kurzen Zeit“, sagte der Kapitän mit Blick auf den 31:20-Heimsieg gegen die Rimpar Wölfe am zurückliegenden Mittwoch, „haben wir uns gewissenhaft auf diese Aufgabe vorbereitet.“

Nach der Anfangsphase stellte DRHV-Coach Uwe Jungandreas allerdings auf das System mit dem siebten Feldspieler um. Bürkle hatte damit gerechnet, musste nach dem Spiel aber gestehen: „Wir haben es nicht geschafft, den Rückraum in den Griff zu bekommen. Das war eine schwere Aufgabe.“ Und auch Strobel sagte: „Wir hatten damit viele Probleme.“ Dessau kämpfte sich dank der Umstellung ins Spiel und konnte verkürzen. Zwar baute der HBW den Vorsprung beim 10:6 wieder etwas aus (20. Minute), doch die Schwaben konnten sich zunächst kein beruhigendes Polster erarbeiten. Mit einem knappen 15:13 ging es in die Pause.

Der Start in die zweite Spielhälfte glich dem Ende der ersten. Dessau wurde immer besser und konnte beim 15:15 erstmals wieder ausgleichen (33.). „Beim Stand 17:17“, gestand Bürkle, „geraten wir richtig ins Wanken.“ Doch der Favorit fiel nicht, sondern stemmte sich gegen das Momentum. „In der entscheidenden Phase haben wir kühlen Kopf bewahrt“, lobte Strobel. „Dank der Erfahrung und der Qualität im Team sowie den positiven Ergebnissen der vergangenen Spiele. Wir sind mit viel Selbstvertrauen angereist und jeder nimmt sich in die Pflicht“, erklärte Strobel das Rezept.

Dank einer agileren Abwehr und vor allem einem einmal mehr starken Tomas Mrkva zwischen den Pfosten machten die Gäste aus dem 17:17 (38.) in acht Minuten ein 23:19 und gaben der Partie die entscheidende Wendung. Dessau fand in der Folgezeit keine Mittel mehr gegen den langjährigen Erstligisten. „Wir gestalten es lange offen, können dann in der entscheidenden Phase aber nicht dranbleiben, weil wir unser Spiel nicht konsequent spielen“, haderte DRHV-Kommandogeber Jungandreas. „Wir verlieren die Nerven und versuchen es mit der Brechstange.“

Balingen-Weilstetten spielte das in die Karten, über die starke Defensive um Keeper Mrkva gelangen den „Galliern“ noch einige weitere einfache Tore. Die Konterausbeute konnte sich insgesamt sehen lassen: Elfmal traf der HBW per Gegenstoß. „Ein fantastischer Wert“, freute sich Bürkle, der es sich in der Schlussphase leisten konnte, einigen Spielern aus der zweiten Reihe Einsatzzeit zu geben. Auch Kapitän Strobel durfte in den letzten Minuten auf der Bank durchschnaufen – und sich auf die Jubelarien im Kreis vorbereiten.

 

Dessau-Roßlauer HV – HBW Balingen-Weilstetten: Teams & Tore

Dessau-Roßlauer HV: Ambrosius (1. – 17. und ab 42., 19 Gegentore/4 Paraden), Plaue (17. – 42., 11/2); Zele (8), Hanner (4), Zahradnicek (4/3), Vanco (3), Mlotek (2), Hanisch (1), Jungemann (1), Zimmernmann, Pavlicek, Pfeiffer, Wasielewski, Schmidt, Milkow.

HBW Balingen-Weilstetten: Mrkva (1. – 56., 22 Gegentore/13 Paraden), Ruminsky (ab 56. und bei einem Siebenmeter, 1/3); Gretarsson (9/3), Kirveliavicius (5), Friedrich (4), Strobel (3), Niemeyer (3), G. Thomann (2), Oliveira (2), L. Saueressig (1), Hausmann (1), Zobel, Flohr, Nothdurft, Schoch.

Schiedsrichter: Dauben/ Rohmer (Köln).

Zuschauer: 1078.

Spielfilm: 2:1 (4.), 2:4, 4:5, 5:7 (15.), 5:9, 7:10, 10:13 (27.), 13:15 – 15:15 (33.), 17:17, 17:19, 19:20 (43.), 19:24, 20:26, 23:28 (57.), 23:30.

Siebenmeter: 5/3:4/3 (Pavlicek scheitert an Mrkva/16., Zahradnicek scheitert an Baumeister/53. – Ambrosius pariert gegen Gretarsson/55.).

Zeitstrafen: 6:4 Minuten (Hanner, Vanco, Hanisch – Friedrich, Zobel).

Nächstes Spiel: HBW Balingen-Weilstetten – HC Rhein Vikings (13. Oktober, 19 Uhr, SparkassenArena).lb

Anschluss hergestellt

Balingen. Fünf Spiele in Folge hat der HBW Balingen-Weilstetten nun schon nicht mehr verloren, mit 9:1 Punkten kletterten die „Gallier von der Alb“ in der Rangliste nach oben. Aktuell nimmt der HBW den vierten Rang ein, ist auf Augenhöhe mit dem TuS Ferndorf (beide 11:5 Punkte). Platz drei belegt knapp davor der ASV Hamm-Westfalen (12:4). An der Spitze der Rangliste thront unterdessen Coburg (15:1), gefolgt vom Altmeister TUSEM Essen (14:2).lb

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