Einbruchszahlen sinken

Einbruchszahlen sinken

Der 28. Oktober ist Tag des Einbruchschutzes. Rund um diesen Tag, wenn die Uhren auf Winterzeit umgestellt werden, ist die passende Gelegenheit, sich über Einbruchschutz zu informieren.

von PM K-Einbruch  

Mit Kooperationspartnern aus der Versicherungswirtschaft, den Industrieverbänden und Errichterfirmen hat die Polizei die Initiative „K-Einbruch“ ins Leben gerufen.

Wenn die Spurensicherung ihre Arbeit verrichtet, ist es schon zu spät. Mit den richtigen Maßnahmen können Einbrüche aber verhindert werden.
Wenn die Spurensicherung ihre Arbeit verrichtet, ist es schon zu spät. Mit den richtigen Maßnahmen können Einbrüche aber verhindert werden. Foto: Polizeiliche Kriminalprävention

Ein wichtiger Bestandteil der Kampagne ist der „Tag des Einbruchschutzes“ – dieses Jahr am 28. Oktober. Unter dem Motto „Eine Stunde mehr für mehr Sicherheit“ findet dieser jährlich am Tag der Zeitumstellung statt, wenn die mitteleuropäische Sommerzeit endet. Die dadurch gewonnene zusätzliche Stunde sollen die Bürgerinnen und Bürger nutzen, sich über Einbruchschutz zu informieren und darüber nachzudenken, die Sicherheitsempfehlungen in ihrem Alltag umzusetzen.

Mit dem Tag des Einbruchschutzes machen sowohl die örtlichen Polizeidienststellen als auch die Partner der Kampagne mit vielen Aktionen und Informationsveranstaltungen auf die hohe Zahl der Wohnungseinbrüche aufmerksam. Denn viele Einbrüche können durch richtiges Verhalten und die richtige Sicherungstechnik verhindert werden. Dass Präventionsmaßnahmen wirken, belegt der hohe Versuchsanteil beim Wohnungseinbruch: So blieben im Jahr 2017 45 Prozent der Einbruchsdelikte im Versuchsstadium stecken.

Über den Zeitraum der zurückliegenden zehn Jahre ist der Anteil vollendeter Fälle stetig gesunken, wie die steigenden Versuchszahlen zeigen. Dies kann durchaus auf Verbesserungen der Sicherungsmaßnahmen im privaten Bereich gegen Wohnungseinbrüche beruhen. Wer sein Eigenheim saniert oder altersgerecht umbaut, profitiert zusätzlich von KfW-Förderprogrammen, die Einzelmaßnahmen zum Einbruchschutz fördert.

Entgegen landläufiger Meinung erfolgen Einbrüche häufig zur Tageszeit, zum Beispiel während einer kurzen Abwesenheit des Bewohners; so etwa zur Schul-, Arbeits- und Einkaufszeit, am frühen Abend oder an den Wochenenden. Außerdem fallen Einbrecherbanden oft über ganze Wohnviertel her.

Auf k-einbruch.de gibt es umfassende Informationen zum Thema Einbruchschutz.

Bauliche Sicherungen sind Voraussetzung

Alarmanlagen dienen zum Erkennen beziehungsweise Melden von Gefahren, zum Beispiel bei einem Einbruch. Der Fachmann spricht daher – je nach zugedachter Aufgabe – von Überfall- oder Einbruchmeldeanlagen (ÜMA/EMA), wobei diese Anlagen auch kombiniert werden können. ÜMA/EMA sind in der Regel als Ergänzung zu mechanischen und baulichen Sicherungseinrichtungen zu sehen, die für wirksamen Einbruchschutz unabdingbar sind. Die Initiative „K-Einbruch“ gibt Tipps, was bei der Installation beachtet werden sollte.

Checkliste
1. Über den Aufbau einer ÜMA/EMA und die an diese zu stellenden Anforderungen sollten Fachleute, zum Beispiel (Kriminal-)Polizeiliche Fachberater, individuell und eingehend beraten. Die Bewohner bestimmen über die für ihr Objekt geeignetste Überwachungsart. Unterschieden wird zwischen Außenhautüberwachung, bei der alle sicherungsrelevanten Öffnungen wie Türen und Fenster in der Außenhaut des zu schützenden Objektes überwacht werden, und der Fallenüberwachung, bei der vorwiegend die Bereiche überwacht werden, die ein Täter mit großer Wahrscheinlichkeit betreten wird. Sie können auch kombiniert werden.


2. Die Planung und Installation einer EMA sollte möglichst so erfolgen, dass bei einem Einbruchversuch die Alarmauslösung bereits erfolgt, bevor Einbrecher die mechanischen Sicherungseinrichtungen überwunden haben.


3. Die EMA ist so zu planen und zu installieren, dass sie nur scharf geschaltet werden kann, wenn sie in allen Teilen funktionsfähig ist.


4. Bewohner sollten zur Vermeidung von Falschalarmen darauf bestehen, dass der durch die EMA überwachte Bereich erst nach Unscharfschaltung betreten werden kann. Der Fachmann spricht hierbei von der Einhaltung der sogenannten „Zwangsläufigkeit”.


5. Bei einer Alarmauslösung sollte stets ein sogenannter Fernalarm an eine Hilfe leistende Stelle (in der Regel ein Wach- und Sicherheitsunternehmen) erfolgen. Ein Überfallalarm darf aus polizeilicher Sicht aufgrund unvorhersehbarer Täterreaktionen nur als Fernalarm (nicht wahrnehmbar im Objekt) weitergemeldet werden. Ergänzend sollten bei Einbruchmeldeanlagen auch akustische Signalgeber innerhalb und optische Signalgeber außerhalb des zu überwachenden Objektes angebracht werden. In bestimmten Ausnahmefällen ist auch die Montage eines akustischen Signalgebers im Außenbereich möglich.


6. Von Errichterunternehmen sollten detaillierte Angebote angefordert werden, in denen neben der Auflistung der einzelnen Geräte auch genaue Beschreibungen enthalten sind, was, wie, womit, warum überwacht wird (= Sicherungskonzeption).


7. Beauftragt werden sollte für die Projektierung und Installation der ÜMA/EMA ein qualifiziertes Errichterunternehmen, welches langjährige Erfahrung nachweisen kann. In den Bundesländern kann bei einer (Kriminal-)Polizeilichen Beratungsstelle eine Liste mit geeigneten Unternehmen angefordert werden. Geachtet werden sollte darauf, dass das Errichterunternehmen ständig erreichbar ist und unverzüglich mit einer möglichen Störungsbeseitigung beginnen kann.


8. Vor der Auftragsvergabe bestätigen lassen, dass Planung, Geräteauswahl, Installation und Instandhaltung von ÜMA/EMA unter Einhaltung der einschlägigen Normen, Bestimmungen, Regelwerke und Richtlinien, insbesondere der Normenreihen DIN EN 50130, 50131, 50136 und der DIN VDE 0833, Teile 1 und 3, in der jeweils neuesten veröffentlichten Fassung erfolgt. In diesen Normen und Regelwerken werden ÜMA/EMA, wie aus der Zuordnungstabelle ersichtlich, je nach Qualität in verschiedene Grade eingeteilt. Die Polizei empfiehlt nur die Grade 2, 3 und 4. Der Grad 1 liegt unterhalb der polizeilichen Anforderungen. In geeigneten Einzelfällen empfehlen die (Kriminal-)Polizeilichen Beratungsstellen nach einer objektbezogenen Beratung auch den Einbau von nach „VdS-Home“-zertifizierten Produkten. Voraussetzung dafür ist die Einhaltung der „Zwangsläufigkeit“ (siehe Punkt 4).


9. Wer eine Anlage installieren lässt, sollte darauf achten, dass ausschließlich Geräte eingesetzt werden, die von einer nach DIN EN 45011 akkreditierten Prüf-/Zertifizierungsstelle geprüft bzw. zertifiziert sind und eine entsprechende Prüfnummer besitzen, sodass deren Tauglichkeit nachgewiesen ist.


10. Es sollte vereinbart werden, dass nach Abschluss der Installationsmaßnahmen detaillierte Verlege-, Verdrahtungs-, Anschluss- und Verteilerpläne übergeben werden, damit eine ordnungsgemäße und zeitsparende Ausführung von Inspektionen/Wartungen gewährleistet ist.


11. Das Errichterunternehmen muss seine Kunden ausführlich in die Bedienung ihrer ÜMA/EMA einweisen. Zudem muss ein Betriebsbuch sowie eine ausführliche und verständliche Bedienungsanleitung übergeben werden.


12. Die Auftraggeber sollten sich nach Abschluss der Installation eine Anlagenbeschreibung nach dem polizeilichen Pflichtenkatalog ausstellen lassen, um bei eventuellen Mängeln einen Rechtsanspruch begründen zu können. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass nur die vom Kunden verlangten Abweichungen von den Regelwerken, die ausführlich mit den entsprechenden Auswirkungen erläutert wurden, in der Anlagenbeschreibung festgehalten sind.


13. Nach Fertigstellung sollte ein zirka vierwöchiger Probelauf vereinbart werden. Die Anlage kann nur dann als „abgenommen und übergeben” angesehen werden, wenn alle Unterlagen überreicht wurden und während des Probelaufes keine Fehlfunktionen und Falschalarme aufgetreten sind, die auf Projektierungsmängel oder Installationsfehler zurückgeführt werden können.


14. Die ÜMA/EMA muss in regelmäßigen Abständen von einem qualifizierten Unternehmen gewartet bzw. instand gehalten werden. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung für die bestimmungsgemäße und zuverlässige Funktion.

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