Schwaben siegen souverän über schwache Saarländer
Foto: Bernard Moschkon

Balingen, 04.11.2018

Schwaben siegen souverän über schwache Saarländer

Trotz personeller Probleme setzte sich der Balinger Branchenneuling ungefährdet gegen den ambitionierten SV Elversberg durch. Mit Fotostrecke

von Marcus Arndt  

Im Spiel eins nach der Trennung von Trainer Roland Seitz blieb „die Elv“ blass. Verdient hat die TSG Balingen daher gegen den ehemaligen Regionalliga Südwest-Meister SV Elversberg mit 2:0 (1:0) vor 1450 Zuschauern gewonnen (ZAK-Liveticker zum Nachlesen). Einzig mit der Chancenverwertung haderte TSG-Coach Ralf Volkwein.

Gegenüber der 0:1-Pleite beim FC 08 Homburg stellte dieser auf drei Positionen um, drehte an den richtigen Stellschrauben. Für den gelbgesperrten Matthias Schmitz rückte Fabian Fecker in die Innenverteidigung – in der Offensive sollten Patrick Lauble und Kaan Akkaya für Akzente sorgen. Sein Gegenüber Horst Steffen, der erst Anfang der Woche die Seitz-Nachfolge bei den kriselnden Saarländern mit dem Ziel „Wiederaufbau“ angetreten hat, brachte vier neue Kräfte in der Startelf. „Damit war zu rechnen“, erklärt Volkwein, „Ich habe deshalb etwas flexibler aufgestellt, weil wir nicht so richtig wussten, was Elversberg nach dem Trainerwechsel spielt ...“

Schwaben siegen souverän über schwache Saarländer

Die Taktik des 45-Jährigen griff. Die Kreisstädter erwischten den besseren Start, generierten bereits nach wenigen Sekunden den ersten Standard. Der brachte allerdings nichts ein. „Die Elv“ wirkte nach turbulenten Wochen und schwankenden Leistungen verunsichert, fand offensiv nicht statt und wackelte auch in der Defensive. „Wir hatten in den Anfangsminuten einige Standards gegen uns“, analysiert Steffen, „so gewinnt man keine Spielkontrolle.“ Zumal die Saarländer auch nicht Zweikämpfe kamen.

„Das war einfach zu wenig“, moniert der ehemalige Bundesliga-Profi. Anders der Aufsteiger, welcher nach acht Minuten für den ersten Aufreger sorgte. Marco Kofler holte am Elversberger Strafraum Daniel Seemann von den Beinen – der Freistoß des Ex-Reutlingers aus 18 Metern klatschte allerdings an die Unterkante der Latte. Die TSG investierte mehr, stand defensiv stabil und kontrollierte konsequent das 4:3:2:1-System der Gäste. Nach einem Pflumm-Diagonalball erzielte Seemann den Führungstreffer für die Gastgeber (16. Minute). Die bullige Balinger Offensivkraft zog aus 14 Metern flach ab, netzte unhaltbar für SVE-Keeper Frank Lehmann.

Die kollektive Elversberger Verunsicherung folgte: Lehmann wagte in der Box ein „Solo“ gegen Lauble, das ohne Konsequenzen blieb (17.). Auch ein Handspiel von Kofler nach einer Schuon-Ecke hatte keine Folgen für den Ex-Meister, der häufig limitiert in seinen Möglichkeiten wirkte. Dennoch hatten die Gelb-Roten nach einer kurzzeitigen Orientierungslosigkeit der Balinger Defensivabteilung die Riesenchance zum Ausgleich. Fecker traf das Spielgerät nicht, doch Marcel Binanzer klärte stark gegen Kevin Koffi (42.). Nicht die einzige kritische Situation vor der Pause. Fecker foulte nur kurze Zeit später Sinan Tekerci am eigenen Strafraum (44.) – der Freistoß von Manuel Feil ging aber weit drüber.

Auch nach dem Seitenwechsel drängte Elversberg auf den Ausgleich, Tekerci zirkelte die Kugel jedoch am linken Torwinkel vorbei (46.). Die TSG tat sich in dieser Phase schwer, bekam keinen Zugriff mehr. Die Saarländer wirkten stabiler, waren im Passspiel präziser und präsenter in den Zweikämpfen. Auf der Gegenseite versuchte es Marc Pettenkoffer aus spitzen Winkel (54.) – vergebens. Dann die Riesenlchance für Lauble, der aus kurzer Distanz an Lehmann scheiterte (57.). Dann Pass auf Akkaya. Dieser hämmerte die Kugel an die Latte.

Pures Entsetzen bei den Balinger Protagonisten auf und neben dem Platz. Nicht unverdient: der zweite TSG-Treffer. Nils Schuon düpierte die SVE-Mauer mit einem cleveren, flach getretenen Freistoß (65.) – vorausgegangen war ein Foul von Luca Dürholtz an Lauble. In der Folge ließen die Schwaben viele Möglichkeiten liegen, „und dann kann es schnell noch einmal eng werden, wenn der Gegner trifft“, meint Volkwein, „aber Kompliment an die Mannschaft. Sie hat einmal mehr die Balinger Tugenden auf den Platz gebracht.“

TSG Balingen: Binanzer; Eisele, Gil (38. Huss), Lauble (81. Scherer), Akkaya, Schuon, Adrian Müller Pettenkoffer, Fecker, Pflumm, Seemann (69. Vogler).

Tore: 1:0 Seemann (16.), 2:0 Schuon (65.).

Schiedsrichter: Jonas Brombacher (Wittlingen).

Zuschauer: 1450.

 

Schwaben reisen selbstbewusst zum Schlusslicht

Nach dem souveränen 2:0 der Balinger Regionalliga-Fußballer über den SV Elversberg gab es keine zwei Meinungen. „Ein verdienter Sieg“, räumt Gästetrainer Horst Steffen unumwunden ein. Der hatte sich seine Debüt bei „die Elv“ auch anders vorgestellt. „Bis auf zwei, drei Chancen kam von uns viel zu wenig“, so der frühere Übungsleiter der Stuttgarter Kickers (2013 bis 2015).

„In den ersten 20 Minuten haben wir nicht viele Zweikämpfe gewonnen“, kritisiert der 49-Jährige, welcher einzig kurz vor und nach der Pause einige gute Möglichkeiten für seine Truppe notierte. „Da waren wir zu unruhig am Ball“, sagt Ralf Volkwein, „bis zur 30. Minuten waren wir richtig gut im Spiel.“ In der Folge wackelte der Aufsteiger in der Defensive – und Elversberg drängte auf den Ausgleich.

Diesen hatte nach der Pause Sinan Tekerci auf dem Fuß (47.), „weil Müller gedanklich noch in der Kabine war“, ärgert sich der TSG-Coach. Der sah am Ende ein souveränes 2:0. Am kommenden Samstag ist Balingen bei Schlusslicht Astoria Walldorf (3:3 in Mannheim) gefordert. „Dort wollen wir nachlegen“, sagt Volkwein selbstbewusst.ar

Torgarant Sulejmani

Mannheim. Der Tabellenführer der Regionalliga Südwest, der SV Waldhof Mannheim, hat am Wochenende die 40-Tore-Marke geknackt. Mit durchschnittlich 2,5 Treffern pro Spiel stellt der Primus die beste Offensive. Großen Anteil daran hat Valmir Sulejmani, der bislang zehn Tore erzielen konnte. Damit führt er die Torschützenliste der Liga allerdings nicht allein an: Serkan Firat von den Kickers aus Offenbach kommt auf dieselbe Ausbeute.lb

Englische Woche für U23-Teams

Balingen. Zwei Spiele stehen in der Regionalliga Südwest unter der Woche an. Am Montagabend (20.15 Uhr) wird der 16. Spieltag durch das Duell zwischen dem VfB Stuttgart 2 und dem FSV Frankfurt beendet. In einer Nachholpartie des 13. Spieltags stehen sich am Dienstag (14 Uhr) dann die U23-Mannschaften aus Mainz und Freiburg gegenüber. Auswirkungen auf die Tabellensituation der TSG Balingen haben die Begegnungen jedoch nicht.lb

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