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Foto: Volker Bitzer

Eppingen/Zollernalbkreis, 08.11.2018

ZAK-Leserfahrt zu Recyclingunternehmen

ZAK-Leser erlebten beim Eppinger Spezialunternehmen Alba, wie aus einer kaputten Kaffeemaschine kostbare Rohstoffe gewonnen werden. Mit Fotostrecke, Grafiken und Videos

von Volker Bitzer  

Wir nennen es Rohstoff – Das steht groß auf den leuchtend-gelben Warnschutzwesten, welche die Besucher tragen, während sie, zusätzlich mit Schutzhelmen auf dem Kopf, über das ausgedehnte Werksgelände der Firma Alba in Eppingen marschieren.

Auf dem Betriebsgelände des Eppinger 
Recycling-Spezialisten Alba: Diese Leser des 
ZOLLERN-ALB-KURIER hatten beim „Elektro-Schrott-Open-Air“ des Landkreises im Rahmen der Aktion „Gib's ab!“ eines der begehrten Tickets zu dieser Infofahrt gewonnen. Ebenso Leser der Hohenzollerischen Zeitung. Mit vielen Eindrücken und Wissen rund um die Rohstoffgewinnung kehrten sie und die Begleiter des Abfallwirtschaftsamts Zollernalbkreis zurück.
Auf dem Betriebsgelände des Eppinger Recycling-Spezialisten Alba: Diese Leser des ZOLLERN-ALB-KURIER hatten beim „Elektro-Schrott-Open-Air“ des Landkreises im Rahmen der Aktion „Gib's ab!“ eines der begehrten Tickets zu dieser Infofahrt gewonnen. Ebenso Leser der Hohenzollerischen Zeitung. Mit vielen Eindrücken und Wissen rund um die Rohstoffgewinnung kehrten sie und die Begleiter des Abfallwirtschaftsamts Zollernalbkreis zurück. Foto: Volker Bitzer

Dass der Unternehmensslogan stimmig ist, das können die Besucher von der Zollernalb spätestens nach dem über einstündigen Rundgang bedenkenlos unterschreiben. Mit eigenen Augen und Ohren (es war mitunter recht laut) haben sie erlebt, wie aus Elektroschrott und anderem „Müll“ kostbare Materialien extrahiert werden.

Ein weggeschmissener Computer, der olle Fernseher oder auch eine verschlissene Autofelge dienen so wieder als Ausgangsmaterial für neue Produkte. Es kommt nur darauf an, dass die vielen wertvollen Bestandteile wie beispielsweise Kupfer, Messing, aber auch Gold, fein säuberlich heraus- gelöst und möglichst sortenrein sind.

Auf solche Prozesse, aber auch auf die restliche Entsorgung von einstigen Alltags-Geräten, hat sich Alba spezialisiert.

Das große Geschäft mit dem Schrott

Die Alba Electronics Recycling GmbH übernimmt als Entsorgungsfachbetrieb die umweltschonende Sammlung und stoffliche Verwertung von Elektro- und Elektronikaltgeräten und deren Komponenten.

In einer Halle stehen massenhaft ausgediente Elektrogeräte.
In einer Halle stehen massenhaft ausgediente Elektrogeräte. Foto: Volker Bitzer

„Wir arbeiten mit eigens entwickelten Anlagen und unsere erfahrenen Experten garantieren effiziente und nachhaltige Prozesse“, das bekräftigte der Eppinger Geschäftsführer Thomas Dietershagen höchstpersönlich, als er im theoretischen Teil der Werksführung per Powerpoint-Lichtbildschau das Unternehmen vorstellte.

Gegründet wurde der heute global tätige Konzern im Jahre 1998 durch Zusammenschluss zweier regionaler Recyclingunternehmen. Seit 2007 ist man Teil der familiengeführten Alba-Gruppe mit Sitz in Berlin.

Rund 7500 Mitarbeiter sorgen an Standorten in vielen europäischen Ländern und sogar in China für Nachhaltigkeit im Umgang mit Rohstoffen. Im Jahr 2017 erwirtschafteten sie einen Umsatz von 1,8 Milliarden Euro.

Alba zählt damit zu den zehn größten Unternehmensgruppen für Recyclingdienstleistung und Rohstoffversorgung weltweit. Jährlich werden fünf Millionen Tonnen Rohstoffe vermarktet.

Es sind Rohstoffe, die nach einem oft langwierigen und komplizierten Prozess aus Alt-Geräten gewonnen werden. Jene Alt-Geräte, die umweltbewusste Bürger nicht einfach in die schwarze Tonne kicken, sondern im Wertstoffhof oder bei speziellen Elektronik-Schrott-Sammlungen abgeben.

Diese Vorsortierung durch den Bürger macht die weitere Ausschlachtung eines Gerätes schon deutlich leichter.

Je besser getrennt, desto einfacher und nachhaltiger ist die Rohstoff-Rückgewinnung. Entsprechend geringer sind auch die Kosten, die für einen Verarbeitungsprozess entstehen; oder andersherum: Der spätere Wert des neu entstandenen Materials, ob nun Kunststoff-Kügelchen oder Kupfer-Staub, ist deutlich höher. 

Natürlich profitiert davon ein Recycling-Betrieb wie die Alba, aber auch jeder Hersteller von Gebrauchsgegenständen, der gesetzlich dazu verpflichtet worden ist, für die Entsorgung oder Wiederverwertung zu bezahlen.

Dass er das nicht aus eigener Tasche tut, sondern letztlich dem Käufer auf den Preis draufschlägt, versteht sich von selbst. Müll trennen und Elektronik-Schrott abgeben hilft unter dem Strich also jedem Konsumenten beim Geldsparen. Für wie viel Geld Alba einen rückgewonnenen Rohstoff am Markt absetzen kann, ist tagesabhängig.

Auch er ist Teil des Kühlgeräte-Recyclings bei Alba: Dieser Roboter sucht gezielt nach FCKW-haltigem Schaum.
Auch er ist Teil des Kühlgeräte-Recyclings bei Alba: Dieser Roboter sucht gezielt nach FCKW-haltigem Schaum. Foto: Volker Bitzer

Besonders stolz ist Alba auf ihr Kühlgeräte-Recyling, für das man eine spezielle Verwertungsprozedur selbst entwickelt hat. So prüft zum Beispiel ein Roboter ob ein Korpus FCKW-haltigen Schaum enthält.

Falls ja, wird er aussortiert und einer speziellen Behandlung zugeführt. „Saubere“ Kühlschranke kommen schließlich in den Schredder. 22500 Tonnen Weißgeräte werden jährlich zerkleinert, heraus kommen ein Plastik-Granulat sowie Eisen und Aluminium. Alles im wahrsten Wortsinne erlesene Rohstoffe.

 

Gib's ab – Elektroschrott ins Wertstoffzentrum: Das Landratsamt informiert

Das Landratsamt informiert, wo und wie Elektro-Altgeräte richtig entsorgt werden können. Grafik: Landratsamt Zollernalbkreis
Das Landratsamt informiert, wo und wie Elektro-Altgeräte richtig entsorgt werden können. Grafik: Landratsamt Zollernalbkreis

Die Grafik gibt Aufschluss darüber, aus was Elektroschrott besteht. Grafik: Landratsamt Zollernalbkreis
Die Grafik gibt Aufschluss darüber, aus was Elektroschrott besteht. Grafik: Landratsamt Zollernalbkreis

So entwickelt sich die gesammelte Menge an Elektroaltgeräten pro Einwohner im Zollernalbkreis in den Jahren 2012 bis 2018. Grafik: Landratsamt Zollernalbkreis
So entwickelt sich die gesammelte Menge an Elektroaltgeräten pro Einwohner im Zollernalbkreis in den Jahren 2012 bis 2018. Grafik: Landratsamt Zollernalbkreis

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