Bild Gabi Erichson aus Tailfingen strickt Socken für Frühchen

Albstadt-Tailfingen, 05.12.2018

Gabi Erichson aus Tailfingen strickt Socken für Frühchen

Warme Socken für die Kleinsten der Kleinen: Gabi Erichson aus Tailfingen strickt seit fünf Jahren Babysachen für den guten Zweck. Sie will Frühchen den Start ins Leben erleichtern.

Stricken ist ihre Leidenschaft. Schon als junges Mädchen habe sie sich für Handarbeiten interessiert. „Daran ist meine Oma schuld“, erzählt die 55-jährige gebürtige Onstmettingerin schmunzelnd.

Nikolaussocken für Frühchen: Gabi Erichson packt regelmäßig Pakete mit selbst gestrickten Babysachen. Foto: Dagmar Stuhrmann
Nikolaussocken für Frühchen: Gabi Erichson packt regelmäßig Pakete mit selbst gestrickten Babysachen. Foto: Dagmar Stuhrmann

„Von ihr habe ich gelernt, wie man häkelt, näht und strickt.“ Während Häkeln und Nähen inzwischen aber in den Hintergrund gerückt sind, frönt Gabi Erichson ihrem Strickhobby nahezu in jeder freien Minute.

„Es macht mir einfach sehr viel Spaß“, sagt sie. Vor allem Socken haben es ihr angetan. Im Lauf der Jahre habe sie sicher Hunderte Paare gestrickt. Und es werden immer mehr...

Rundum bestrickend

Weil aber Familie und Freunde mittlerweile rundum „bestrickt“ sind, verbindet Gabi Erichson seit einiger Zeit den Spaß am Stricken mit dem Einsatz für einen guten Zweck. Zusammen mit anderen Frauen aus der bundesweit aktiven Facebook-Gruppe Zauberfadenwerkstatt engagiert sie sich für Frühchen, also frühgeborene Kinder, in Kliniken.

Aktuell hat sie wieder 30 Sockenpaare fertiggestellt, die sie rechtzeitig zum heutigen Nikolaustag an ihre Mitstreiterin in Zwickau geschickt hat. Von dort werden die Baby-Socken an die Frühchen-Stationen der Kliniken in Heilbronn, Witten und Zwickau verteilt.

Kleine Freude für Eltern in Sorge

„Ich möchte den Kindern helfen, aber auch den Eltern, die in Sorge um ihr Kind sind, wenigstens eine kleine Freude machen“, sagt sie.

Doch auch verschiedene andere Aktionen unterstützt Gabi Erichson. Wie etwa die „Grüne-Socken-Aktion“ des Vereins Eierstockkrebs Deutschland. Der Verein wollte mit dieser Aktion auf die schwere Erkrankung aufmerksam machen und suchte Strickbegeisterte.

Neu erkrankte Frauen in Kliniken, so die Idee, sollten grüne Socken bekommen. „Grün ist die Farbe der Hoffnung“, erklärt Gabi Erichson. „Ich finde, das ist eine schöne Sache, die man unterstützen muss“, sagt sie.

Veröffentlichungen zu diesem Thema zufolge, kommen jedes Jahr allein in Europa rund 500 000 Kinder zu früh zur Welt. Gabi Erichson setzt sich dafür ein, den Kleinsten der Kleinen einen starken Start ins Leben zu ermöglichen. Angefangen habe alles mit den Wollresten, die beim Stricken übrigbleiben.

Erichson folgt einem Facebook-Aufruf

„Ich habe sie in einer großen Schachtel gesammelt und wusste nicht so recht, was ich damit machen sollte“, sagt Gabi Erichson. Als sie dann in Facebook einen Aufruf gelesen habe, bei dem Freiwillige gesucht wurden, die Socken und Mützen für Frühchen stricken sollten, habe sie sich sofort angesprochen gefühlt.

Die roten Nikolaussöckchen, die am Donnerstag an die kleinen Empfänger in den drei genannten Kliniken verteilt werden, hat Gabi Erichson mit kleinen Zetteln versehen. „Alles Gute, kleiner Kämpfer“ steht darauf. Rund eine Stunde braucht sie, bis ein Mini-Sockenpaar fertig ist. „Ich habe auch schon Spiralsocken gemacht, ohne Ferse, dann geht es noch schneller“, erzählt sie.

Sie ist eine der Tatort-Strickerinnen

Ihr „Hauptstricktag“ ist der Sonntag. „Wenn ich frei habe, mache ich mir einen Tee, lege eine Hörbuch-CD ein – und stricke.“ Seit kurzem ist sie auch eine von vielen „Tatort-Strickerinnen“. Das sei so ähnlich wie beim Wichteln.

Immer sonntags, wenn im Fernsehen der „Tatort“ läuft, arbeitet sie an ihren Tatort-Socken. Zahlreiche andere Strickbegeisterte tun dasselbe – und wenn alle fertig sind, werden die Socken getauscht. „Ich weiß nicht, wer welche für mich strickt“, erzählt Gabi Erichson, „und ich weiß auch nicht, wer meine bekommt. Das ist eine Überraschung und deswegen ist es ja auch spannend.“

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