Goldene Meisterbriefe: Fleiß und Mut zahlen sich aus

Albstadt-Ebingen, 06.12.2018

Goldene Meisterbriefe: Fleiß und Mut zahlen sich aus

Meister seit 50 Jahren: Die Handwerkskammer Reutlingen und die Kreishandwerkerschaft Zollern-Alb übergaben in Ebingen an 69 Jubilare ihre Goldenen Meisterbriefe.

Fleiß, Verständnis, Toleranz, Weitsicht, Mut, Begeisterung: „Wo wären Sie heute, ohne diese tragenden Eigenschaften, die Sie alle ihr ganzes Leben lang begleitet haben?“, mit diesem Satz eröffnete Kreishandwerksmeister August Wannenmacher die Feierstunde in der Ebinger Festhalle.

Vor 50 Jahren erhielten sie ihren Meisterbrief, nun wurden sie für ihren damaligen Fleiß und Mut geehrt: 68 Frauen und Männer bekamen von der Handwerkskammer Reutlingen und der Kreishandwerkerschaft Zollern-Alb den Goldenen Meisterbrief überreicht.
Vor 50 Jahren erhielten sie ihren Meisterbrief, nun wurden sie für ihren damaligen Fleiß und Mut geehrt: 68 Frauen und Männer bekamen von der Handwerkskammer Reutlingen und der Kreishandwerkerschaft Zollern-Alb den Goldenen Meisterbrief überreicht. Foto: Horst Schweizer

Er verlas die Grüße von Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, welche dem ehrbaren Handwerk mit goldenem Boden die Attribute Präzision und Zuverlässigkeit bescheinigte. Ihr sei wichtig, dass dafür die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Wichtig sei ihr zum „Handwerk 2025“ auch die Digitalisierung. Umrahmt wurde die Feierstunde von einem Blechbläser-Quintett der Stadtkapelle Tailfingen.

August Wannenmacher meinte zu Fleiß seiner eingangs genannten Schlagworte, dass nur der, der bereit ist, Leistung zu erbringen, egal auf welchem Gebiet, sein individuell gestecktes Ziel erreichen kann. „Es ist an uns allen, den Begriff Fleiß aus der angestaubt-altmodischen Ecke zu holen und ihn den kommenden Generationen als positiv besetzte Eigenschaft zu vermitteln“.

Die sogenannte Null-Bock-Generation gebe es seiner Erfahrung nach nicht. Jugendliche und junge Erwachsene wären vielmehr auf der Suche nach Werten, nach Orientierung und Leitbildern. „Diese Leitbilder sind Sie, Sie haben jene Lebenserfahrung, die unsere Nachkommen durch keine Online-Plattform dieser Welt vermittelt bekommen.“

Schritt in die Selbstständigkeit

Harald Hermann, Präsident der Handwerkskammer Reutlingen, ging im Beisein von Angela Roth vom Arbeitskreis Unternehmerfrauen, dem Albstädter Wirtschaftsförderer Andreas Hödl und den Obermeistern der verschiedenen Berufe auf das Jahr 1968 ein. Damals hätten diese Frauen und Männer den Schritt zum Meisterbrief getan, können heute ein besonders Jubiläum feiern, „welches ihr Leben dauernd beeinflusst hat“.

Viele hätten damals den Schritt in die Selbstständigkeit als doch teils riskantes Unterfangen gewagt. Kurt-Georg Kiesinger war Bundeskanzler, Karl Schiller Wirtschaftsminister. Die Arbeitslosigkeit habe bei 1,5 Prozent gelegen, es gab einen Facharbeitermangel. Man versuchte in Zeiten der 68er-Generation trotz mancher Sprachproblemen dies durch Gastarbeiter aus Italien, Jugoslawien oder der Türkei auszugleichen.

„Sie wussten damals, dass Sie nichts geschenkt bekommen, dass Sie ihr Schicksal für sich und ihre Familie selbst in die Hand nehmen.“ Doch hätten damaliges Engagement und Risikobereitschaft mit zu der heutigen guten Zeit beigetragen. Der Dank gelte auch allen Partner in den Familien, die oftmals verzichten mussten, auch weil sich viele Meister noch ehrenamtlich engagierten.

Zusammen mit Jürgen Greß, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Zollern-Alb, übergab August Wannenmacher die Goldenen Meisterbriefe.

Die Jubilare

Augenoptiker: Manfred Pupke, Robert Schatz.

Buchbinder: Walter Bühler.

Damenschneider: Helga Speidel.

Dreher: Franz Keck.

Elektroinstallateur: Roland Ammann, Joachim Halder.

Friseur: Renate Burgert, Christa Klöhn geb. Herre, Friedrich Schairer, Werner Schwenk, Josefa Seßler.

Gas- und Wasserinstallateur: Eberhard Geyer, Heinz Sauter.

Installateur- und Heizungsbauer: Rolf Hermann.

Karosserie- und Fahrzeugbauer: Manfred Winkler.

Kfz-Mechaniker: Jochen Schimmler, Richard-Eugen Stockburger, Siegmar Zacke.

Konditor: Helmut Hauser.

Maler und Lackierer: Paul Gottlob Schairer, Siegfried Seemann, Gebhard Steidinger, Karl Weiss.

Maurer: Werner Bitzer, Heinrich Edbauer, Hans Kästle, Ottmar Löffler, Eugen Johann Schetter, Mathias Strobel.

Mechaniker: Roland Breil, Hartmut Faust, Walter Gerstenecker, Gerhard Gühring, Günter Hähn, Erich Klaiber, Gustav-Adolf Kohler, Franz Kraft, Gerhard Lebherz, Peter Leis, Hans Lorch, Peter Maier, Josef Renner, Wilhelm Roth, Edmund Schlenker, Burkhard Segler, Rolf Vidacovich.

Metallbauer: Ruprecht Strobel.

Raumausstatter: Alfred Witzemann.

Rollladen- und Jalousiebauer: Erwin Eppler.

Schlosser: Karl Unger.

Schreiner: Heinrich Blind, Alfred Bredefeld, Christian Haasis, Gerhard Hehl, Fritz Kaprolat, Rudolf Sidler.

Schriftsetzer: Werner Eith.

Schuhmacher: Werner Koch. 

Straßenbauer: Franz-Xaver Locher.

Stuckateur: Herman Riedlinger.

Werkzeugmacher: Eberhard Braun, Fritz Christian, Lothar Eisele, Martin Sauer.

Zentralheizungs- und Lüftungsbauer: Erwin Haas.

Zentralheizungsbauer: Dieter Hemmer.

Zimmerer: Fritz Maier, Anton Müller.

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