Schlaglichter beleuchten brennende Themen der Zeit
Der Neujahrsempfang bietet Jahr für Jahr Gelegenheit zum Austausch zwischen den Bürgern in zivil und in Uniform.
Der Neujahrsempfang bietet Jahr für Jahr Gelegenheit zum Austausch zwischen den Bürgern in zivil und in Uniform. Foto: Susanne Grimm
Der Neujahrsempfang bietet Jahr für Jahr Gelegenheit zum Austausch zwischen den Bürgern in zivil und in Uniform.
Der Neujahrsempfang bietet Jahr für Jahr Gelegenheit zum Austausch zwischen den Bürgern in zivil und in Uniform. Foto: Susanne Grimm

Stetten a.k.M., 25.01.2019

Schlaglichter beleuchten brennende Themen der Zeit

Standortältester kündigt große Terrorabwehrübung auf dem Truppenübungsplatz an.

von Susanne Grimm  

Beim gemeinsamen Neujahrsempfang der der Garnison und der zivilen Gemeinde haben sowohl Oberst Jochen Gumprich wie auch Bürgermeister Maik Lehn das vergangene Jahr Revue passieren lassen, aber auch Schlaglichter auf das neue Jahr geworfen.

Große Übung ist geplant

Mit Blick auf die weltpolitische Entwicklung befand der Standortälteste, dass diese zu ganz konkreten Folgen für die Sicherheitspolitik in Deutschland führen müsse. Weil in diesem Land aufgrund historischer Gründe eine strikte Trennung zwischen innerer und äußerer Sicherheit gezogen wurde, der Terrorismus diese Grenze aber „nicht so gerade zieht“, müsse gezwungenermaßen nach neuen Wegen gesucht werden. Insbesondere wegen „knapper Ressourcen und Unikatfähigkeit bei der Bundeswehr“ müsse Vorhandenes mit Blick auf die Trennung in der Sicherheit optimal genutzt werden. „Nur so können wir uns erfolgreich den Herausforderungen stellen“, sagte Gumprich. Deshalb werde in diesem Jahr nach Bayern auch in Baden-Württemberg eine so genannte „BeTEX“, eine Terrorabwehrübung, durchgeführt, um dieses Szenario zu üben, aber auch Defizite und Herausforderungen abzuleiten.

Wo diese Übung stattfinden soll, machte der Oberst auch gleich klar: „Welcher Ort böte hierzu bessere Voraussetzungen als der Standort Stetten?“ Einen weiteren Schwerpunkt legte der Standortälteste auf die Nachwuchsgewinnung. Junge Menschen, die auf Berufssuche sind, müssten die Bundeswehr überhaupt erst einmal als Alternative wahrnehmen. Dazu müssten Berührungsängste abgebaut, aber auch mehr als Tage der offenen Tür oder Abenteuerevents wie auf der Kämpferbahn durchgeführt werden. In seiner Ansprache würdigte Gumprich die positive Einstellung der Einwohner zur Bundeswehr und machte dies unter anderem an den „nachdenkenswerten Beiträgen“ der Schüler beim Volkstrauertag fest, sowie am „für mich eindrückliche Sammeln für den Volksbund Kriegsgräberfürsorge“.

Wohnraum dringend gesucht

Bürgermeister Mail Lehn, der einen ausführlichen kommunalen Rückblick gab, stellte weitere Neuerungen und Investitionen für das neue Jahr in den Fokus. So wird der steigende Raumbedarf der bisher 750 Quadratmeter umfassenden Gemeinschaftsschule die Gemeinde in Atem halten. Hier sei erfreulich, dass das Land Baden-Württemberg finanzielle Unterstützung zugesagt hat, „wenngleich ein großer Teil der Investitionen von der Gemeinde als Schulträger zu leisten ist“.

Ein weiterer Schwerpunkt der Gemeinderatsarbeit wird in der Ausweisung neuer Baugebiete liegen, da die Nachfrage nach Bauplätzen weiterhin vorhanden sei, so der Schultes. Er rief Grundstückseigentümer und Besitzer von leerstehenden Gebäuden dazu auf, sich über einen Verkauf oder eine andere Nutzung Gedanken zu machen „um den derzeitigen Schwung auf dem Immobilienmarkt zu nutzen“. Denn das Land fördere im Rahmen des „Entwicklungsprogramm ländlicher Raum“ die Umnutzung von ehemaligen Ökonomiegebäuden oder leerstehenden Gewerbeeinheiten zu Wohnzwecken mit finanziellen Anreizen. „Neuer Wohnraum wird von Bundeswehrangehörigen und Mitbürgern händeringend gesucht“, so der Appell des Gemeindeoberhaupts.

Lehn warb mit Blick auf die Wahlen im Mai um engagierte Mitmenschen, sich als Kandidaten für die Kommunalwahlen aufstellen zu lassen. „Wir brauchen interessierte Leute, die unserer Gemeinde mitgestalten und Verantwortung übernehmen wollen“. Im Laufe des Festaktes ehrte Lehn den langjährigen Präsidenten der deutsch-französischen Gesellschaft, Pierre Caudrelier, mit der silbernen Verdienstmedaille (wir werden noch berichten).

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