Die Lesetipps sind heiß begehrt

Albstadt-Ebingen, 15.03.2019

Die Lesetipps sind heiß begehrt

Die Büchersofa-Reihe kommt an: Ursula Baumgärtner stellte im Bistro Elim in Ebingen zusammen mit ihrem Gast, dem Martinskirchenkantor Steffen Mark Schwarz, lesenswerte Bücher vor.

 

Von Ursula Baumgärtners Büchersofa fühlten sich auch in der fünften Auflage wieder zahlreiche Lesebegeisterte angezogen. Die Reihe kommt an: Die Veranstaltung war nach Bekanntmachung des Termins vor zwei Monaten innerhalb von nur drei Tagen komplett ausverkauft.

Tipps für Bücherfans: Die Leseempfehlungen, die Ursula Baumgärtner und ihr Gast Steffen Mark Schwarz am Dienstag mitgebracht hatten, decken ein breites Themenspektrum ab.
Tipps für Bücherfans: Die Leseempfehlungen, die Ursula Baumgärtner und ihr Gast Steffen Mark Schwarz am Dienstag mitgebracht hatten, decken ein breites Themenspektrum ab.

60 Plätze standen zur Verfügung. Auf der Warteliste hatten sich weitere 40 Interessierte eintragen lassen, die hofften, vielleicht doch noch zum Zug zu kommen. War bei den ersten Veranstaltungen das Publikum überwiegend weiblich, ist das Büchersofa nun längst keine reine Frauensache mehr. Am Dienstag waren auch einige Männer ins Bistro Elim gekommen.

In fremde Welten entführt

Kaum ist das eine Büchersofa vorbei, gibt es bereits erste Anfragen nach dem nächsten Termin. Was macht den besonderen Reiz des Büchersofas aus? Es ist ohne Frage die charmante Art und Weise, wie die Initiatorin es schafft, ihre Zuhörer in fremde Welten zu entführen. Viele Bücherfans sind dankbar für die Lesetipps, die sie von Ursula Baumgärtner bekommen.

Dieses Mal stellte sie im Bistro Elim acht lesenswerte Bücher vor: In „Meine europäische Familie“ beschreibt Karin Bojs die Suche nach ihren Vorfahren. Dabei wird deutlich, dass wir noch alle die Gene von Neandertalern in uns tragen. Der Roman „Abendrot“ des 2014 verstorbenen amerikanischen Autors Kent Haruf spielt im fiktiven Städtchen Holt in Colorado. Es geht um Verluste und Trauerbewältigung, Armut und Gewalt, Frust, Zusammenhalt, Freundschaft und Liebe. Heike Fallers „Hundert“ ist ein Buch für Kinder und Erwachsene gleichermaßen. „Die Mauer“ von John Lanchester handelt von Flüchtlingsströmen, wachsenden politischen Differenzen und Ängsten. In „Schnee in Amsterdam“ erzählt Bernard MacLaverty von Stella und Gerry, die eine Reise machen und dabei erkennen müssen, dass ihre Beziehung tiefe Risse aufweist. „Lempi, das heißt Liebe“ ist der Debütroman von Minna Rytisalo. Im Mittelpunkt steht die Geschichte einer tragischen Liebe im finnischen Norden. Drei ganz unterschiedliche Frauen finden in „Alligatoren“ von Deb Spera zusammen. Gemeinsam ist ihnen die Sehnsucht nach Freiheit und Selbstbestimmung.

Für ihre Buchvorstellungen hält Ursula Baumgärtner nicht auf Bestsellerlisten Ausschau, sondern sucht eher die verborgenen literarischen Kostbarkeiten, die man nur findet, wenn man sich gern und intensiv mit Büchern befasst. „Ich lese oft zwanzig Bücher, von denen dann am Ende sechs oder sieben übrig bleiben, die ich wirklich zur Lektüre empfehlen kann“, erzählt Ursula Baumgärtner.

Auf dem Büchersofa konnte sie dieses Mal als Gast den Kantor der Ebinger Martinskirche, Steffen Mark Schwarz, begrüßen. Er legte den Zuhörern drei anspruchsvolle Bücher ans Herz: In „Die Verzauberung der Welt“ zeigt Ernst Peter Fischer, dass man sich die Neugier und das Staunen bewahren sollte, auch wenn manche Menschen glauben, die Naturwissenschaft habe die Welt entzaubert. „Resonanz – eine Soziologie der Weltbeziehung“ von Hartmut Rosa ist keine einfache Kost. Die Kernthese Rosas: Die Qualität eines menschlichen Lebens lässt sich nicht in der Währung von Ressourcen, Optionen und Glücksmomenten angeben. Stattdessen müsse der Blick auf die Beziehung zur Welt gerichtet werden. „Eine andere Art Krimi“ ist „Strafe“ von Ferdinand von Schirach. Der Autor beschreibt in diesem Buch zwölf Schicksale und macht deutlich, wie schwer es manchmal ist, „gut“ und „böse“ zu unterscheiden.

Info Das nächste Büchersofa findet am 16. Juli statt. Zu Gast ist dann Hans-Martin Haller.

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