„Das Auto wird zum zweiten Mal erfunden“

Balingen, 15.03.2019

„Das Auto wird zum zweiten Mal erfunden“

Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut plaudert beim Lionsclub.

 

„Das globale Herz der Automobilindustrie schlägt in Baden-Württemberg“, sagte die Landeswirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut aus Balingen. Eine Garantie für die Zukunft sei das noch nicht, es gelte, jetzt die Weichen zu stellen, damit das Ländle weiter Wachstumsmotor bleibe, so die Ministerin beim Vortrag am Montagabend, zu dem die beiden Lionsclubs eingeladen hatten.

Weltpolitik in Balingen auf den Punkt gebracht hat Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut. Die Wirtschaftsministerin (links) referierte auf Einladung der Lionsclubs. Präsidentin Simone Mehrer (Mitte) und ihre Vize Uta Münch bedankten sich im Namen beider Clubs.
Weltpolitik in Balingen auf den Punkt gebracht hat Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut. Die Wirtschaftsministerin (links) referierte auf Einladung der Lionsclubs. Präsidentin Simone Mehrer (Mitte) und ihre Vize Uta Münch bedankten sich im Namen beider Clubs. Foto: Silke Thiercy

Unprätentiös und entspannt trat Nicole Hoffmeister-Kraut auf. Die Balingerin genoss das Treffen mit vielen langjährigen Weggefährten sichtlich. Eingeladen zum Vortrag hatten die beiden Clubpräsidenten, Simone Mehrer und Joachim Calmbach. „Das Auto wird zum zweiten Mal erfunden“, so die Überschrift des Vortrags. Dabei hatte die Ministerin auch jede Menge brandaktuelle Informationen aus dem landespolitischen Nähkästchen mitgebracht.

Und aus China. Hoffmeister-Kraut ist quasi erst wieder im Ländle gelandet nach der Delegationsreise ins Reich der Mitte.

„Die Chinesen haben die WeChat-App auf dem Handy“, berichtet die Ministerin. Damit werde bezahlt, Termine beim Arzt vereinbart oder der Tisch im Restaurant gebucht. Praktisch für den Nutzer, umgekehrt hat die App die Kontrolle über eine Milliarde Anwender.

Aufholen könne man in diesem Bereich im Ländle nicht mehr, sagt sie realistisch. Aber es gelte, finanzielle Mittel für die Unternehmen zur Verfügung zu stellen, um die hiesigen Kernkompetenzen zu stärken. Baden-Württemberg sei noch immer ein starkes Industrieland, zu dem China aufblicke.

Anders als dort gibt es im Ländle keine großen Metropolen. Viele weltweit agierende Firmen verstecken sich in kleinen Orten. Ideen hat die Balingerin. Den Soli abschaffen, zum Beispiel, und die Gelder in die Zukunftsförderung stecken. Die sieht sie zum Beispiel in der Entwicklung künstlicher Intelligenz, das Land unterstützt die Unternehmen bereits.

„Hier sind wir an führender Position unterwegs.“ Die Bauwirtschaft boome, dem Handwerk gehe es gut. Aber in einem Bundesland, in dem jeder dritte Job vom Export abhänge, berge die Welt auch Risiken. Stichwort Brexit. Den 29. März hat Hoffmeister-Kraut sich freigehalten.

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