Hochzeitspaar
Hochzeitspaar um die Jahrhundertwende
Hochzeitspaar um die Jahrhundertwende

Paris, 02.02.1864

Französischer Hochzeitsbrauch

Die französische Sitte erlaubt es, einer Braut das Strumpfband zu rauben. Die Erfahrung dabei ist manchmal jedoch bitter.
 
Die französische Sitte erlaubt es, einer Braut das Strumpfband zu rauben; die Franzosen sagen nämlich: Wer einen Mann bekommt, kann schon das schöne Pfand auslösen. Bedenklich kann aber die Sache unter Umständen dennoch werden. In einem Städtchen B. saß der Bräutigam mit Braut, Schwiegereltern und Freunden beim Hochzeitsschmaus; es ging hoch her und alles war guter Dinge. Der kleine, mutwillige Vetter des Bräutigams kroch unbemerkt unter den Tisch, um der Braut das Strumpfband zu rauben. Der süße Raub gelang zum Erschrecken gut; denn die Braut merkte nicht das Geringste, weil unter dem Strumpfband ein - hölzernes Bein saß. - Der Bräutigam klagte über Betrug. Die Braut, ein sehr hübsches und liebenswürdiges Mädchen weinte, der Brautvater legte 20 000 Franks extra auf das hölzerne Bein, - umsonst; der blinde Bräutigam ließ die Heirat für null und nichtig erklären.

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