Merrimac gegen Monitor
Kampf Kriegsschiff Monitor gegen das konföderierte Panzerschiff Merrimac
Kampf Kriegsschiff Monitor gegen das konföderierte Panzerschiff Merrimac

Washington, 15.04.1862

Zweikampf: Merrimac gegen Monitor

Amerikanischer Bürgerkrieg dehnt sich immer mehr aus

Verbisserner Kampf zweier Schlachtschiffe in der Cheasepake Bay
 

Am 8. März hatte das südstaatliche Panzerschiff Merrimac auf der Reede von Hampton zwei große Kriegsschiffe der Union mit leichter Mühe vernichtet und andere verjagt; von seinen eisernen Flanken prallen die schweren Kugeln wie Gummibällen ab. Einen ungeheuren Schrecken vor dem eisernen Seeungeheuer ergriff die Flotte der Union; denn am anderen Tag machte sich der Merrimac wieder auf, um die Segelfregatte Minnesota zu zerstören. Schon hatte er zwei gewaltige Kugeln in die Rippen des Feindes geschleudert; noch ein paar und die Fregatte war verloren. Da, in dem kritischsten Augenblicke sieht man vom Fort Monroe (Virginia) aus ein unansehnliches, schwarzes Fahrzeug, nicht mehr als 20 Zoll über das Wasser ragend, in gerader Richtung auf die Merrimac losstürmen. Es war das Unionspanzerschiff Monitor. Er kam näher heran und war wie ein auf dem Wasser schwimmender Hut anzusehen; in der Entfernung einer halben englischen Meile feuerte er seine erste Kugel, ein zweiter und dritter Krach folgte rasch, 2 Kernschüsse, jeder 170 Pfd. schwer, hatten in die eisernen Flanken des Merrimac getroffen, der Gegner antwortete ohne Erfolg. Der Monitor umkreiste den Merrimac und verklopfte ihn wie ein Fassbinder sein Fass. Man beschoss sich auf 50 Schritte, die Kugeln flogen von beiden Körpern ab wie Gummibälle. Da machte der Merrimac, ungeduldig über den kleinen, frechen Kerl mit seinen zwei Läufen ein Manöver, das ihm Tags zuvor mit dem großen Kriegsdampfer Cumberland gelungen war, dem er seinen weit unterm Wasser vorspringenden Ramm tief in die Weichen gebohrt hatte. Im vollen Lauf rannte er auf seinen Gegner los, um ihn in den Grund zu bohren. Aber das kleine Ding bog geschickt seitwärts und sein riesiger Gegner schoss an ihm vorbei. Nun begann ein Zweikampf mit 184 Pfündern; Breitseite auf Breitseite gab der Merrimac mit voller Ladung, sie verschlugen aber nichts, da von Monitor nur der Turm und das Steuermannshäuschen und der 4 Fuß hohe Schornstein aus dem Wasser reichte; der Turm erwies sich als unverwundbar. Endlich erhielt der Merrimac mehrere Schüsse die unter der Wasserlinie eindrangen und ihn nötigten den Kampf einzustellen und sich unter die Batterie von Norfolk zu flüchten. Der Monitor war Sieger und unverwundet.

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