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Frankfurt, Samstag, 11. August 2018

Das harte Geschäft mit teuren Schlitten

Ferrari und Porsche verdienen viel Geld pro Fahrzeug. Dagegen zahlen Bentley und Tesla viel drauf.

von ROLF OBERTREIS

Von Gewinnen wie bei Ferrari können andere Hersteller von Oberklasse- und Luxus-Autos nur träumen. Auf 69 000 EUR summiert sich der Gewinn vor Zinsen und Steuern bei der italienischen Sportwagen-Schmiede. Am nächsten kommt Ferrari noch Porsche mit einem Überschuss pro Fahrzeug von rund 16 800 EUR.

Dies hat der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer auf Basis der Geschäftszahlen des ersten Halbjahres 2018 in einer Studie errechnet. Dabei ist herausgekommen, dass zum Beispiel mit teuren Bentleys ebenso wie mit den Elektrofahrzeugen von Tesla nicht mal ein Blumentopf zu gewinnen ist. Bei der VW-Tochter Bentley fällt pro Fahrzeug ein Verlust von im Schnitt rund 17 500 EUR an, bei Tesla sind es knapp 11 000 EUR, obwohl das Unternehmen 50 Mio. Dollar staatliche Prämie für seine Null-Emissions-Fahrzeuge erhalten hat.

„Klar ist“, sagt Dudenhöffer, „mit Luxusautos kann man viel Geld verdienen, aber es geht auch in umgekehrter Richtung.“ Ferrari-Käufer müssen für einen 488 rund 300 000 EUR auf den Tisch legen, ein Porsche 911 GT2 RS ist nur unwesentlich billiger. Für einen Bentley Bentayga können es bis zu 380 000 EUR sein. Ein Tesla Modell S ist mit 130 000 EUR fast schon ein Schnäppchen, das Modell X kostet 20 000 EUR mehr.

Im Schnitt verkaufte Ferrari seine 5000 Autos im ersten Halbjahr für rund 280 000 EUR, Bentley für 165 000 EUR, Porsche für gut 91 000 EUR und Maserati im Schnitt für knapp 74 000 EUR.

Die deutschen Oberklasse-Hersteller liegen laut Studie nahe beieinander, wobei Mercedes und Audi (je rund 3350 EUR Gewinn pro Fahrzeug) vor BMW mit 3100 EUR rangieren. Damit liegen die Münchner noch hinter Maserati mit einem Überschuss von 4900 EUR bei gerade mal 18 000 verkauften Autos im ersten Halbjahr. Bei Volvo sind es 2400 EUR und bei Jaguar/Landrover, Tochter des indischen Konzerns Tata, 780 EUR. Immerhin aber noch ein Gewinn.

Die Studie zeigt auch, dass Tesla noch einen weiten Weg vor sich hat, auch wenn das Unternehmen von Elon Musk zwischen Januar und Juni 71 000 Elektroautos verkaufen konnte.

Dudenhöffer sagt, auch bei den Premium- und Luxusherstellern wachse das Geld nicht auf den Bäumen. Dabei hätten sich Ferrari und Porsche deutlich abgesetzt: „Die Kombination von Ferrari, Super-Premium mit Super-Show bei der Formel 1 ist zum Erfolgsmodell geworden.“ Das könnte für Mercedes Anreiz sein, die Sportwagen-Marke AMG in die Eigenständigkeit zu führen.

Rolf Obertreis

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