über einen 240. Geburtstag Foto: Wolfgang Scheerer
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Berlin, Samstag, 11. August 2018

Sperriger geht's nicht mehr

von SWP

Große Beachtung wird dieser 240. Geburtstag heute selbst in Berlin nicht finden. Dabei ist er, was sportliche Betätigung angeht, durchaus bedeutend. Um es nicht weiter spannend zu machen: Am 11. August 1778 kam ein gewisser Johann Friedrich Ludwig Christoph Jahn zur Welt. Wie einst Bahnchef Mehdorn erwarb er sich durch seine Mission bald einen neuen Vornamen: Turnvater Jahn.

Der Pädagoge gilt als Initiator der Turnbewegung. Von 1810 an wurde in der Berliner Hasenheide gewandert, geturnt, geschwommen und gefochten. Es war vor allem politische Ambition, die Jahn und seine Mitstreiter antrieb: Die „Turnbewegung“ wollte beitragen zur Rettung Deutschlands nach der Besetzung durch Napoleon.

Geblieben ist der Bewegungsdrang, wie die EM zeigt. Und geblieben ist (bisher) der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark in Pankow, ehemals Ostberlin. Da schließt sich, was Leichtathletik angeht, der Kreis: Vom 20. bis zum 26. August werden hier die EM-Wettbewerbe der Para-Sportler ausgetragen. 24 000 Zuschauer finden Platz. Weil es sich um den wohl sperrigsten deutschen Stadionnamen handelt, ist meist nur von Jahn-Sportpark die Rede. Auch das passt vielen nicht. Jahn gilt als „bekennender Antisemit“, weshalb die Pankower Bezirksverordnetenversammlung jetzt den Berliner Senat auffordert, eine Umbenennung zu prüfen. Bis 2021 soll das Areal für 170 Millionen Euro zum Stützpunkt des Behindertensports ausgebaut werden. Damit ist wahrscheinlich auch der Jahn-Sportpark bald Geschichte.

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