SüdWest Markt 8.2.18

M ARKT S ÜD W EST WOCHENBLATT FÜR DEN ZOLLERNALBKREIS 8. Februar 2018 ■ 43. Jahrgang ■ Nummer 6 Umfrage 2 Ratgeber 3 Kino 4 Jugend 5 Immobilien 22 Stellenmarkt 22 DieseWoche Gemeinsam Umfrage Drei von vier Paaren, die zusammenleben, haben in ihrer Beziehung mindestens einmal über eine größere An- schaffung entschieden. Seite 2 Starter Wirtschaft Sie machen den Unterschied in der wirtschaftli- chen Entwicklung: junge Exis- tenzgründer braucht das Land. Wer mit klaren Vorstellungen und durchdachter Planung startet, hat gute Chance im je- weiligen Markt erfolgreich zu sein. Seite 3 Für den Bereich Balingen: Heute mit Balingen aktuell ie Bevölkerung Baden- Württembergs war nach Feststellung des Statistischen Landesamtes En- de des Jahres 2016 im Durch- schnitt 43,3 Jahre alt. Damit ist das Durchschnittsalter ge- genüber 1970 um mehr als acht Jahre angestiegen. Dage- gen hat sich diese Kenngröße in den vergangenen Jahren aufgrund der starken Zuwan- derung insbesondere von jün- geren Menschen nicht mehr weiter erhöht. Zwischen den 44 Stadt- und Landkreisen des Landes zei- gen sich bezüglich der Alters- struktur der Bevölkerung deutliche Unterschiede. Hei- delberg wies zuletzt mit durchschnittlich 40,1 Jahren die jüngste Bevölkerung auf, was sicherlich vor allem auf den hohen Anteil von Studie- renden zurückzuführen ist. Am ältesten ist die Bevölkerung in Baden-Baden mit im Schnitt 47,4 Jahren. Im Zollernalbkreis liegt das Durchschnittsalter bei 44,8 Jahren. Werden die 1.101 Gemeinden des Landes betrachtet, sind die Unterschiede noch größer: In immerhin fünf ausschließ- lich kleineren Kommunen liegt das Durchschnittsalter bei un- ter 39 Jahren. Die landesweit jüngste Bevölkerung lebt in Bubsheim im Landkreis Tutt- lingen (38,4 Jahre). Es folgen Riedhausen sowie Horgenzell im Landkreis Ravensburg, All- mannsweiler im Landkreis Bi- berach sowie Wörnersberg im Landkreis Freudenstadt. Auf der anderen Seite wird das ho- he Durchschnittsalter der Be- völkerung in der Stadt Baden- Baden noch von 18 überwie- gend kleineren Kommunen übertroffen. Am höchsten lag es zuletzt im Erholungsort Ibach, der kleinsten Gemeinde im Landkreis Waldshut, mit 52,2 Jahren, gefolgt von Un- termarchtal mit 51,2 Jahren (Alb-Donau-Kreis); das Ergeb- nis Untermarchtals wird si- cherlich ganz entscheidend von den dort ansässigen Klos- terbewohnern bestimmt. Am dritt- bzw. viertältesten ist die Bevölkerung in dem vom Kur- betrieb geprägten Badenwei- ler (Landkreis Breisgau-Hoch- schwarzwald). Die Gründe für das regional sehr unterschied- liche Durchschnittsalter sind vielfältig. Neben den bereits genannten Sondereinflüssen wie ein hoher Studentenanteil, der Sitz eines Klosters oder die Prägung einer Kommune durch einen Kurbetrieb wird die Altersstruktur der Bevöl- kerung insbesondere durch die Höhe der Geburtenrate be- stimmt, aber auch dadurch, ob in den vergangenen Jahren viele Familien mit Kindern zu- oder weggezogen sind. ■ red D Die Zahl der Woche b zum Joggen, zum Ein- stimmen auf ein Spiel oder vorab zum Aufwär- men: Viele Menschen hören wäh- rend des Sports Musik, weil diese die Stimmung hebt und sie sich dadurch motivierter fühlen. Ob motivierende Musik tatsächlich die Leistung fördern kann, unter- suchten deutsche Forscher nun und ließen Studienteilnehmer da- für Bälle werfen. usik beim Sport oder während des Trainings hatte weder einen posi- tiven noch einen negativen Ein- fluss auf die Leistung oder die Selbstwahrnehmung der Studien- teilnehmer. Allerdings verleitet motivierende Musik Sportler of- fenbar dazu, größere Risiken ein- zugehen. Zu diesem Ergebnis ka- men Dr. Paul Elvers vom Max- Planck-Institut für empirische Äs- thetik in Frankfurt am Main und Dr. Jochen Steffens von der Tech- nischen Universität Berlin. Wie sie im Fachblatt Frontiers in Psycho- logy berichten, trat dieser Effekt besonders bei Männern zutage sowie bei Teilnehmern, die sich ihre eigene Playlist selbst zusam- mengestellt hatten. Selbst ge- wählte Musik förderte das Selbst- bewusstsein zudem bei jenen, die ohnehin schon eine gute Leistung erbrachten, jedoch nicht bei Stu- dienteilnehmern, die weniger gut waren. Die Ergebnisse deuten da- rauf hin, dass psychologische Prozesse, die mit Motivation und Gefühlen in Zusammenhang ste- en, eine wichtige Rolle dafür spielten, die Funktion und den Einfluss von Musik beim Sport zu verstehen, sagt Elvers. ie Wissenschaftler hat- ten 150 Studienteilneh- mer in drei Gruppen ein- geteilt, die, während sie Bälle in einen Korb warfen, entweder von den Teilnehmern selbst ausge- suchte Musik hörten, von den Wissenschaftler ausgesuchte Mu- sik oder keine. Die Bälle wurden von festgelegten Distanzen aus geworfen. Um ihre Risikobereit- schaft abzuschätzen, durften die Teilnehmer allerdings selbst aus- suchen, aus welcher Distanz sie den Ball warfen. ir lernen: Mit Musik geht alles besser. Ge- nial, wenn man sich auch noch gegenseitig die Bälle zuwirft. Dann haben auch die an- deren etwas davon. ■ Basti O M D W Übrigens ür nicht wenige Fachge- schäfte ist es in der Tat ein Existenzkampf: Kun- den kehren dem Fachhandel auf vielen Konsumfeldern den Rü- cken und wandern ab zum On- linehandel. Das glückselig ma- chende Internetshoppen kennt neben dem Triumph bei der Schnäppchenjagd aber auch ne- gative Aspekte: Fehlkäufe, un- überlegte Ausgaben, negative Einkaufsumweltbilanz, Verein- samung, in mehrfacher Hin- sicht fatal: Mit jeder Geschäfts- schließung leidet das öffentli- che Leben in jeder Innenstadt, so wichtiger zwischenmenschli- cher Informationsaustausch, und damit zwischenmenschli- che Beziehungen bleiben auf der Strecke, fachliche Beratung und kompetente Dienstleistung ebben gegen Null, Käufer blei- ben auf sich alleingestellt, und anspruchvolle Arbeitsplätze ge- hen verloren. Niemand dreht das Rad von Entwicklung und Innovation zurück. Warum auch? Es ist das Maß der Dinge, die ein Gefüge in Balance hält. Sprich: das eine tun, ohne das andere zu lassen, weil beide ihren Platz haben im vielfältigen, gesellschaftlichen Leben. Es ist eine Werte-Frage: Ist es mir etwas wert, das per- sönliche Einkaufserlebnis im Fachgeschäft meines Vertrau- ens zu haben, oder reicht mir fortwährende digitale Anonymi- tät, um meinen Konsumhunger zu befriedigen? Wem so ist, darf sich nicht wundern, wenn er im Fall der Fälle händeringend den fachlich-produktbezogenen An- sprechpartner außerhalb von Ballungszentren und urbanen Speckgürteln nicht mehr findet. okale Händler wollen mit ihren Webshops Amazon & Co. die Stirn bieten. Ein Kampf gegen Windmühlen? Die jüngste Studie der Hoch- schule Koblenz kommt zu dem Schluss: Diese Online-Markt- plätze bringen wenig: Online- Shops und gemeinsame Inter- net-Auftritte lokaler Händler sind kein geeignetes Instru- ment, um mit den digitalen Schaufenstern der großen On- line-Händlern mithalten zu können und den eigenen Um- satz signifikant zu steigern. Be- fragt wurden bundesweit 200 Händler. Insgesamt 74 digitale Initiati- ven zählt die Local Commerce Alliance inzwischen bundes- weit in vielen großen und klei- nen Städten. Das Spektrum reicht vom reinen Online- Schaufenster bis hin zu Markt- plätzen mit Einkaufsmöglich- keit und Reservierungsfunktion. Doch die aktuelle, bisher un- veröffentlichte Studie der Uni- F L versität Koblenz lässt Zweifel aufkommen, ob diese Markt- plätze die in sie gesetzten Hoff- nungen wirklich erfüllen kön- nen. Tatsächlich gaben die meisten Teilnehmer an, die Be- teiligung an den Online-Markt- plätzen habe bei ihnen weder zu höheren Besucherzahlen noch zu mehr Einkäufen im La- den geführt. Auch die Online- Verkäufe fielen demnach nur vereinzelt höher aus. Der über- wiegende Teil der Befragten gab an, sie könnten anderen Händ- lern in vergleichbarer Situation eine Teilnahme nicht empfeh- len. Zwar ist die Aussagekraft der Studie wegen der vergleichs- weise geringen Teilnehmerzahl begrenzt. Doch der Leiter der Studie, der Koblenzer Wirt- schaftsdozent Andreas Hesse, hat angesichts der Eindeutigkeit der Ergebnisse wenig Zweifel an ihrer grundsätzlichen Aussa- gekraft. Für ihn steht fest: „Sol- che Marktplätze sind kein Selbstläufer. Es ist gar nicht ein- fach, daraus einen Erfolg zu ma- chen.“ Wenn es um Auswahl oder Preise gehe, hätten die lo- kalen Marktplätze keine Chan- ce gegen Amazon oder Zalando. Sie müssten mit anderen Vortei- len punkten. Ein kurzer Blick auf die Sei- ten der Online-City Wuppertal reicht, um zu verstehen, was Hesse meint. Die Grenzen des Angebots sind schon auf den ersten Blick unübersehbar: Fri- sche Lebensmittel sucht man vergeblich. Es gibt hauptsäch- lich Süßigkeiten, Wein und Spi- rituosen. Das Bekleidungsange- bot ist überschaubar. Zwar gibt es einiges an Accessoires, doch bei Jeans muss sich der Kunde mit sechs verschiedenen Mo- dellen, bei T-Shirts mit 15 Offer- ten und bei Röcken mit gerade einmal drei Alternativen zufrie- dengeben. ür den E-Commerce-Ex- perten G errit Heine- mann von der Hoch- schule Niederrhein ist der Ver- such, die Verbraucher mithilfe von Online-Marktplätzen zu- rück in die Innenstädte zu lo- cken, zum Scheitern verurteilt. „Die lokalen Marktplätze wi- dersprechen in vielen Punkten dem, was die deutschen Ver- braucher wollen: Die Auswahl ist kleiner, die Preise sind hö- her. Es gibt Begrenzungen an al- len Ecken und Enden. Das wird nicht funktionieren“, ist er überzeugt. Für ihn steht fest: Die lokalen Händler haben nur eine Zukunft, wenn es ihnen ge- lingt, sich ein Stück von dem F größer werdenden Online-Ku- chen abzuschneiden. Dabei könne aber ein rein lokaler Marktplatz nur wenig helfen, wichtig sei hier die Zusammen- arbeit mit einem der großen etablierten Player wie Ebay oder Amazon. Und, zum Gesicht in der Menge zu werden, mit Persön- lichkeit, Ausstrahlung, Innovati- on in der Warenpräsentation jenseits vom Regalfeteschismus: Talkrunden in den Geschäfts- räumen zu Hintergründen und Entwicklungen von Produkten ohne vordergründige Verkaufs- absicht, sogenanntes Infotain- ment, ist ein Weg, der von auf- geschlossenen Händlern neu entdeckt wird. Unmittelbares Erleben, das schafft nur das kompetent geführte Fachge- schäft, nie der sterile Bild- schirm. Solche moderierten in- formationsbasierten Events gibt es auch im Zollernalbkreis, wo- bei sich Fachgeschäfte mit un- terscheidenden Produktangebo- ten zusammentun. in gelungenes Beispiel für eine erfolgreiche On- line-Lösung ist das von Heinemann initiierte Projekt Mönchengladbach bei Ebay. Es bietet Händlern neben einer ei- genen Mönchengladbach-Seite auch Zugang zu Millionen Ebay-Kunden weltweit. „Das sorgt zwar nicht für zusätzliche Belebung in der Mönchenglad- bacher Innenstadt, aber es hilft den beteiligten Mönchenglad- bacher Händlern zu überleben“, so Heinemann. och nicht alle Experten sehen so schwarz für die lokalen Marktplät- ze. Für den E-Commerce-Ex- perten Kai Hudetz vom Kölner Institut für Handelsforschung (IFH) sind die Schwächen der bisherigen Projekte eher ein Grund, das ganze Konzept neu zu denken: weniger handelsfi- xiert, dafür mehr serviceorien- tiert. „Das Ziel muss sein, den lokalen Online-Marktplatz zum selbstverständlichen Anlauf- punkt für den Verbraucher zu machen. Das wird mit einem am Ende doch sehr begrenzten Shopping-Angebot allein nicht gelingen“, meint er. Die Marktplätze müssten viel mehr bieten: Etwa die Möglich- keit, einen Friseurtermin zu vereinbaren, einen Tisch im Restaurant zu reservieren, Theater-Karten zu buchen, Be- hördengänge online zu erledi- gen oder sich über die Park- platzsituation in der Innenstadt zu informieren. „Dass auch noch etwas gekauft wird, ist am Ende vielleicht eher eine Be- gleiterscheinung.“ ■ Harald Ritter, Erich Reimann, dpa E D Wer den Großen die Stirn bietenwill, muss noch kompetenter auftreten Studie Online-Marktplätze lokaler Händler sind unzureichend Anzeige Helga Teufel Rechtsanwältin und Fachanwältin für Familienrecht ☎ 0741 / 17540 - 0 Berner Feld 74 78628 Rottweil www.hirt-teufel.de Mit Recht auf Ihrer Seite Anzeige Auch montags geöffnet – durchgehende Öffnungszeiten! ÖFFNUNGSZEITEN: Mo.-Fr. 9:00 - 18:30 Uhr Sa. 8:00 - 15:00 Uhr Mit und ohne Terminvereinbarung. 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