SüdWest Markt 8.5.18

Bildung und Gesundheit Spie- lerisches Lernen ist eine wirk- same Methode, um im Vor- schul- und Volksschulalter Er- nährungswissen zu vermitteln und die Gesundheitskompetenz zu fördern. Studentinnen des Bachelorstudiums Diätologie der Fachhochschule St. Pölten entwickelten daher die Spiele FooMove und FooDuo, die Kin- dern das Thema gesunde Er- nährung altersgerecht und un- terhaltsam näherbringen, heißt es in einer Pressemitteilung der Universität. Die Kindheit ist eine wichti- ge Lebensphase für die Ent- wicklung von Gesundheitsver- haltensweisen und -kompeten- zen. Nachteilige Verhaltens- muster und mangelnde Kompe- tenz können die Gesundheit be- einflussen und zu chronischen Erkrankungen im Erwachse- nenalter führen. Daher muss Gesundheitsförderung bereits in jungen Jahren beginnen und die Kinder in ihrer Lebenswelt abholen. „Die spielerische Vorgehens- weise stellt gerade bei Kindern einen vielversprechenden An- satz in der Gesundheitsförde- rung dar. Vor diesem Hinter- grund befasst sich der Studien- gang Diätologie der FH St. Pöl- ten seit einigen Jahren in sei- nem Forschungsschwerpunkt Health Promotion & Healthy Ageing mit der Methode des Game based learnings, um da- mit altersgerecht, innovativ- spielerisch Ernährungswissen zu vermitteln. Dabei liegt die Herausforderung in einem opti- malen Zusammenspiel von un- terhaltendem Spieldesign, fach- und mediendidaktisch hoch- wertigen Lerninhalten und der angewandten Lernstrategie“, sagt Gabriele Karner, Leiterin des Studiengangs Diätologie der FH St. Pölten. FooDuo ist ein Spiel für Vor- schulkinder, FooMove für acht- bis zehnjährige Volksschulkin- der. Beide Spiele fördern das Ernährungswissen altersge- recht und zusätzlich regt Foo- Move den kindlichen Bewe- gungsdrang an. Die Kinder set- zen sich mit Lebensmitteln und deren Herkunft sowie ihrer ei- genen Lebensweise auseinander (Foto). Sie werden für einen ge- sunden Lebensstil sensibilisiert und können bei möglichen Ver- besserungen mitwirken. Studentinnen haben im Rah- men von drei Bachelorarbeiten den Wissenszuwachs durch die Spiele erhoben. Die Evaluierung der Spiele hat anhand der klei- nen Stichproben der Pilotstu- dien den positiven Effekt des Wissenszuwachses belegt. Die Spiele sind ein Beispiel für die Verschränkung von For- schung und Lehre sowie Inno- vation und Wissenstransfer an der FH St. Pölten: Sie wurden im Rahmen der Lehre entwi- ckelt und im Auftrag der Agrar- plattform „Feld & Hof“ evalu- iert. In Kooperation mit dem Unternehmen Dr. Fellnhofer Research and Innovation Ma- nagement GmbH haben die Stu- dentinnen die Spiele letztlich zur Marktreife entwickelt. Aus einem Forschungs- und Studie- rendenprojekt entstand so in ei- ner Projektserie über mehrere Jahre ein marktfähiges Produkt. Im Jahr 2013 wurde das studen- tische Projekt auf der Gesund- heitsberufe-Konferenz mit ei- nem Preis gewürdigt. Die Ent- wicklung der Spiele wurde vom österreichischen Bundesminis- terium für Verkehr, Innovation und Technologie sowie für Digi- talisierung und Wirtschafts- standort gefördert ( Infos unter https://www.fhstp . ac.at/de/forschung/projekte/ gesunde-ernaehrung-ist- kinderleicht. ■ red Wissen, was gesund ist Umfrage 2 Ratgeber 3 Kino 4 Jugend 5 Immobilien 12 Stellenmarkt 14 DieseWoche Verweigert Umfrage Eine Civey-Umfrage hat die Bürger mit der Frage konfrontiert: „Wie viel würden Sie monatlich pro Haushalt für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk bezahlen, wenn Sie selbst entscheiden könn- ten?“42 Prozent würden nicht zahlen. Seite 2 Verzwickt Umwelt Der Klimawandel schafft Baumschädlingen Raum, sich unheilvoll zu entfal- ten: Tod der Nadelhölzer in hie- sigen Wäldern. Seite 3 Für den Bereich Balingen: Heute mit Balingen aktuell n Baden-Württemberg wur- den im Verlauf des vergan- genen Jahres 18.299 Aus- länderinnen und Ausländer eingebürgert. Damit ist die Zahl der eingebürgerten Per- sonen nach Angaben des Sta- tistischen Landesamtes zum vierten Mal in Folge angestie- gen. Die Einbürgerungszahl lag dadurch im Südwesten so hoch wie seit dem Jahr 2003 nicht mehr. Gegenüber dem Jahr 2000 haben sich die Ein- bürgerungen allerdings um über ein Drittel verringert Im vergangenen Jahr wurden Ausländer aus insgesamt 141 Nationen eingebürgert. Mit Abstand am häufigsten – wie bereits in den Jahren zuvor – haben Türken die deutsche Staatsangehörigkeit erworben (2.927); jede sechste Einbür- gerung betraf damit Personen mit einer türkischen Staatsan- gehörigkeit. Es folgten Einbür- gerungen von Staatsangehöri- gen der Republik Kosovo (1.306) sowie Italiens und Ru- mäniens (jeweils 1.101). Unter den 15 Herkunftsstaaten mit der höchsten Zahl an Einbür- gerungen waren 3 asiatische Staaten – Irak, Iran und Indien – sowie 12 europäische vertre- ten. Zu dieser Spitzengruppe zählten auch die Briten: 773 Staatsangehörige des Verei- nigten Königreichs ließen sich im vergangenen Jahr einbür- gern. Damit hat sich deren Zahl gegenüber 2016 verdop- pelt, gegenüber 2015 ist deren Zahl sogar auf das 11-fache an- gestiegen. Damals gab es le- diglich 68 Einbürgerungen von Briten. ass Mitbürger aus der Türkei – absolut be- trachtet – in Baden- Württemberg am häufigsten eingebürgert werden, über- rascht wenig, weil diese die größte ausländische Bevölke- rungsgruppe bilden. Wird des- halb die Zahl der eingebürger- ten Personen auf die jeweilige Bevölkerungsgruppe bezogen, so ergibt sich ein anderes Bild: Die Einbürgerungsquote der türkischen Bevölkerung lag im vergangenen Jahr bei 1,1% und entsprach damit exakt derjeni- gen der Ausländer insgesamt. Die Gründe für das unter- schiedliche Einbürgerungsver- halten sind vielfältig. Ent- scheidend für die niedrige Quote bei Menschen aus EU- Staaten dürfte sein, dass diese auch ohne deutsche Staats- bürgerschaft weitgehend den deutschen Staatsangehörigen gleichgestellt sind. Beim Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit wurde die frühere Staatsangehörigkeit im Jahr 2017 bei 63% der Ein- gebürgerten beibehalten, so die Statistiker aus Stutt- gar. ■ red I D Die Zahl der Woche ei längeren Autofahrten haben viele Kinder und Jugendliche oft die Kopf- hörer auf den Ohren. Doch wie wäre es, die Kopfhörer beiseite zu legen und gemeinsam Musik zu hören? Einer neuen US-Studie zufolge ist die Beziehung zwi- schen Eltern und Kindern besser, wenn sie hin und wieder gemein- sam Musik hören. inder, die regelmäßig ge- meinsam mit ihren Eltern Musik hörten, hatten als junge Erwachsene ein besseres Verhältnis zu ihren Müttern und Vätern. Dies galt für alle Alters- stufen, aber besonders für ge- meinsame Musik-Erfahrungen in der Teenie-Zeit, wie Jake Har- wood von der University of Arizo- na und Kollegen im Fachblatt Journal of Family Communication berichten. Mit kleineren Kindern seien musikalische Aktivitäten durchaus üblich, etwa ein Schlaf- lied vorzusingen oder gemeinsam Kinderlieder zu singen, sagt Har- wood. Mit Teenagern seien solche Aktivitäten dagegen seltener und könnten deshalb unter Umstän- den einen noch größeren Effekt haben. ie Forscher vermuten, dass zwei Faktoren hier- bei eine wichtige Rolle spielen. Der erste sei die Koordi- nation. „Synchronisation oder Koordination ist etwas, das pas- siert, wenn Menschen zusammen Musik machen oder Musik hören“, erklärt Harwood. In beiden Fällen werden Dinge synchron gemacht, zum Beispiel gemeinsam zu tan- zen oder zu singen. Studien hät- ten belegt, dass dies dazu führe, sich mehr zu mögen, so der For- scher. Der zweite Faktor, der zu einem besseren Verhältnis beitra- ge, sei die Empathie. Eine Reihe von Studien hätten sich damit be- schäftigt, wie Emotionen durch Musik geweckt werden und wie sich dies auf die Empathie der Zuhörer auswirke. Die Wissen- schaftler hatten für ihre Arbeit zwei Gruppen von jungen Er- wachsenen befragt, wie oft sie als Kinder mit ihren Eltern musika- lisch aktiv gewesen waren, ob sie zum Beispiel gemeinsam Musik gehört hatten, zu einem Konzert gegangen waren oder gemein- sam musiziert hatten. Die Befrag- ten sollten sich zudem an ihre Er- lebnisse zwischen 8 und 13 Jah- ren sowie mit 14 Jahren und älter erinnern und die Beziehung zu ih- ren Eltern beschreiben. ■ Basti B K D Übrigens ie ähneln hauchdünnen Pflastern, ihre Form ist frei wählbar und sie funktionieren an jeder Körper- stelle. Mit solchen Sensoren auf der Haut lassen sich mobile Ge- räte wie Smartphone und Smartwatches intuitiver und diskreter bedienen als das bis- her der Fall war. Informatiker an der Universität des Saarlan- des haben nun Sensoren entwi- ckelt, die sogar Laien mit etwas Aufwand herstellen können. Das Besondere: Die Sensoren erlauben es erstmals, Berührun- gen auf dem Körper sehr genau und von gleich mehreren Fin- gern zu erfassen. Ihre Prototy- pen haben die Forscher erfolg- reich in vier unterschiedlichen Anwendungen getestet. „Der menschliche Körper bietet eine große Oberfläche an, auf die man schnell zugreifen kann. Das geht sogar ohne Blickkontakt“, erklärt Jürgen Steimle, Professor für Informa- tik an der Universität des Saar- landes, das Interesse der For- scher für diese buchstäbliche Mensch-Maschine-Schnittstel- le. Doch die Visionen der Wis- senschaftler scheiterten bisher daran, dass die dafür notwendi- gen Sensoren die Berührungen weder präzise genug messen noch mehrere Fingerspitzen gleichzeitig erfassen konnten. Den geeigneten speziellen Typ von Sensor hat Jürgen Steimle mit seiner Forschergruppe ent- wickelt. Der Sensor namens Multi- Touch Skin ähnelt im Aufbau ei- S nem Touchdisplay, wie man es von Smartphones kennt. Zwei Elektrodenschichten, jeweils in Spalten und Zeilen angeordnet, bilden übereinander positio- niert eine Art Koordinatensys- tem, an dessen Kreuzungspunk- ten ständig die elektrische Ka- pazität gemessen wird. Diese verringert sich an der Stelle, an der die Finger den Sensor be- rühren, da die Finger elektrisch leiten und so die Ladung abflie- ßen lassen. Diese Änderungen werden an allen Stellen erfasst und dadurch auch die Berüh- rungen durch mehrere Finger erkannt. Um das Optimum zwi- schen Leitfähigkeit, mechani- scher Robustheit und Flexibili- tät herauszufinden, haben die Forscher verschiedene Materia- lien untersucht. Werden bei- spielsweise die Komponenten Silber als Leiter, der Kunststoff PVC als isolierendes Material zwischen den Elektroden und der Kunststoff PET als Substrat ausgewählt, lässt sich der Sen- sor mit einem haushaltsübli- chen Tintenstrahldrucker in weniger als einer Minute als Band drucken (Foto). amit wir die Sensoren wirklich an allen Kör- perstellen nutzen kön- nen, mussten wir sie von ihrer rechteckigen Form befreien. Das war ein wichtiger Aspekt“, erklärt Aditya Shekhar Nitta- la, der in der Gruppe von Jür- gen Steimle für seine Doktorar- beit forscht. Die Wissenschaft- ler entwickelten daher eine Software für Designer, damit diese die Form des Sensors nach Belieben gestalten können. In dem Computerprogramm malt der Designer zuerst die äußere Form des Sensors, dann umran- det er innerhalb der äußeren Form den Bereich, der berüh- rungsempfindlich sein soll. Ein spezieller Algorithmus berech- net dann für diesen definierten D Bereich die möglichst flächen- deckende Belegung mit berüh- rungsempfindlichen Elektro- den. Anschließend wird der Sensor gedruckt, heißt es in der Mitteilung der Universität. ie hilfreich diese neu gewonnene Formfreiheit ist, wird insbesondere bei einem der vier Testprototypen deut- lich, die die Wissenschaftler alle mit ihrer neuartigen Fabrikati- onsmethode hergestellt haben: Da der Sensor in seiner Form ei- ner Ohrmuschel ähnelt, klebt er bei der Versuchsperson direkt hinter dem rechten Ohr (Foto). Die Versuchsperson kann auf ihm nach oben oder nach unten streichen, um die Lautstärke zu regulieren. Das Streichen nach rechts und links wechselt das Musikstück, während das Be- rühren mit dem flachen Finger das Lied stoppt. Für die Saarbrücker Wissen- W schaftler ist Multi-Touch Skin ein weite- rer Beweis, dass die For- schung zu Schnittstellen auf der Haut lohnenswert ist. In Zukunft wollen sie sich darauf konzen- trieren, noch fortschrittli- chere Design- programme für die Sensoren bereitzustellen und Sensoren zu entwickeln, die gleich mehrere Sinnesmodalitäten erfassen. Ih- re Arbeiten zu Multi-Touch Skin wurden durch den Starting Grant „Interaktive Skin“ des Europäischen Forschungsrates (ERC) finanziert, heißt es im Forschungsbericht der Univer- sität. Hintergrund: Den jetzt vor- gestellten Sensor hat Jürgen Steimle zusammen mit Aditya Shekhar Nittala, Anusha Witha- na und Narjes Pourjafarian, al- les Mitglieder seiner For- schungsgruppe, entwickelt. Auf der internationalen Konferenz „CHI Human Factors in Com- puting Systems“ am 26. April im kanadischen Montreal präsen- tierten die Saarbrücker For- scher ihre Methode, die es In- teraktionsdesignern erstmals ermöglicht, hochauflösende Multitouch-Sensoren für den Körper zu designen und herzu- stellen. ■ red Pflaster-Sensoren selbst drucken Wissenschaft undWirtschaft Schnittstellen auf der Haut Anzeige M ARKT S ÜD W EST WOCHENBLATT FÜR DEN ZOLLERNALBKREIS 9. Mai 2018 ■ 43. Jahrgang ■ Nummer 19 ALBSTADT STOFFE Stoffe - Gardinen - Zubehör Besuchen Sie uns in unserem neuen Stoffhaus in Ebingen! Sigmaringer Str. 108 • 72458 Albstadt Tel.: 07431 / 82 89 829 Öffnungszeiten: Mo. - Fr.: 09. - 18.00 Uhr, Sa.: 09. - 13.00 Uhr Heute mit dem erfolgreichen Kleinanzeiger

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