Was wäre wenn ...? Das „ehrliche“ Wahlergebnis

Zollernalbkreis, 25.09.2017

Was wäre wenn ...? – Das „ehrliche“ Wahlergebnis

Der Einfluss der Nichtwähler ist wegen der höheren Wahlbeteiligung geringer als noch vor vier Jahren, dennoch wären sie mit großem Abstand die zweitstärkste Fraktion.

Was wäre wenn die Stimmen der Nichtwähler nicht einfach verloren wären, sondern als eigene Fraktion gezählt würden? Wir haben ein „ehrliches“ Wahlergebnis berechnet, bei dem alle Wahlberechtigten – auch die die ihr Stimmrecht ungenutzt verstreichen lassen – miteinbezogen werden. Natürlich ist dies nur ein Gedankenexperiment, wenn auch ein interessantes. Ausführliche Grafiken zu den tatsächlichen Ergebnisssen finden sie auf www.zak.de/btw17.

43.658 Menschen gingen am Sonntag nicht zur Wahl, obwohl sie stimmberechtigt waren. Bei einer Wahlbeteiligung von 76,2 wären die Nichtwähler am Sonntag mit 23,8 Prozent zweitstärkste Fraktion hinter CDU und Thomas Bareiß. Grafik: Benno Schlagenhauf
43.658 Menschen gingen am Sonntag nicht zur Wahl, obwohl sie stimmberechtigt waren. Bei einer Wahlbeteiligung von 76,2 wären die Nichtwähler am Sonntag mit 23,8 Prozent zweitstärkste Fraktion hinter CDU und Thomas Bareiß. Grafik: Benno Schlagenhauf

Die spannendste Frage im Vorfeld der Wahl war, wer denn wohl drittstärkste Partei werde. Völlig außer Acht gelassen wurde dabei, dass es eine weitere, heimliche Fraktion gibt, die sogar locker zweitstärkste Kraft werden würde: die Nichtwähler.

 

 
 

Von 183.202 Wahlberechtigten im Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen ließen 43.658 Menschen ihre Stimme verfallen. Prozentual liegt der Anteil bei 23,8. Das ist zwar weniger als 2013, denn die Wahlbeteiligung ist im Vergleich zur letzten Bundestagswahl um 4,1 Prozent gestiegen, aber dennoch noch eine ganze Menge. 

Durch die Einberechnung der Nichtwähler verschlechtern sich anteilig auch die Ergebnisse der anderen Parteien. Bei den Erststimmen hätte Thomas Bareiß lediglich noch 33,7 statt 45 Prozent. Die Nichtwähler sind mit Abstand zweitstärkste Kraft, liegen bei den Zweitstimmen nur knapp fünf Prozent hinter der CDU.

Die prozentualen Verluste der anderen Parteien und Direktkandidaten in diesem Gedankenexperiment sind nicht ganz so groß, wie bei Bareiß und der CDU, aber auch SPD, AfD, Grüne und FDP verlieren sowohl bei Erst- als auch bei Zweitstimme jeweils rund drei Prozent.

Am geringsten sind die Auswirkungen der Nichtwähler auf Linke und Sonstige. Parteien und Kandidaten, die im tatsächlichen Wahlergebnis weniger Stimmen geholt haben, verlieren auch im „ehrlichen“ Wahlergebnis weniger.

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